Gutachterstreit um die Kiesgrube

Nieder-Roden (eh) ‐ Das Genehmigungsverfahren zur Erweiterung der Kiesgrube am Rodgau-See dauert voraussichtlich noch mehrere Monate. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt begründet dies mit dem Verlauf der Erörterung vom 23. Februar.

Von einer einvernehmlichen Klärung offener Fragen konnte dort keine Rede sein, wie RP-Pressesprecher Dieter Ohl berichtet: „Vielmehr prallten im Erörterungstermin unterschiedliche gutachterliche Einschätzungen zu einer möglichen Trinkwassergefährdung durch den Baggersee aufeinander.“ Bei der wasserrechtlichen Einschätzung des Vorhabens bestehe noch Klärungsbedarf.

Die optimistische Annahme, gut vier Wochen nach der Erörterung einen Planfeststellungsbescheid erlassen zu können, ist damit nicht mehr zu halten. Sorgen um eine mögliche Gefährdung des Grundwassers hatten unter anderem das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie, die Stadt Rodgau und der Naturschutzbund Rodgau geäußert. Die Sand- und Kiesgrube liegt in der Wasserschutzzone III a. Der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) hatte seine Bedenken zurückgezogen; die Kiesfirma hatte einen finanziellen Ausgleich für den Fall zugesichert, dass der ZWO wegen der Kiesgrube nicht mehr so viel Wasser fördern darf.

Zur Kritik des ehemaligen Kreisvorsitzenden der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, seine Organisation sei nicht am Verfahren beteiligt worden, merkt RP-Sprecher Ohl an: „Die hier relevanten Regelungen wurden in jüngerer Vergangenheit von der Regierung geändert. Die Öffentlichkeits- und Verbandsbeteiligung wurde vom RP gemäß dieser Neuregelung vorgenommen.“ Der Naturschutzbund Rodgau habe als einziger Verband fristgerecht eine Stellungnahme zu dem Planfeststellungsverfahren in Nieder-Roden abgegeben. Aber auch verspätete Eingaben zur geplanten Erweiterung des Kiesabbaus am Badesee wolle die Bergbehörde nicht unter den Tisch fallen lassen.

Quelle: op-online.de

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