In Hainhausen-West

Beliebte Bauplätze am Brötchenweg

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Blick von der S-Bahn nach Westen auf einen Teil des geplanten Neubaugebiets.

Hainhausen - Auf den Wiesen und Feldern westlich von Hainhausen darf ab Mitte 2016 gebaut werden. Schon jetzt haben sich rund 100 Interessenten bei der Hessischen Landgesellschaft gemeldet. Von Ekkehard Wolf 

Die Nachfrage nach Bauplätzen in Hainhausen-West ist hoch. Bereits jetzt haben sich rund 100 Interessenten bei der Hessischen Landgesellschaft (HLG) in Kassel gemeldet, die im Auftrag der Stadt Rodgau den größten Teil der Grundstücke an den Mann bringen soll. Der Bebauungsplan dürfte jedoch frühestens Mitte 2015 fertig sein.

Das geplante Wohngebiet soll den Stadtteil abrunden. Hainhausen reicht dann bis zur Rodgau-Ringstraße und zur Südtrasse. Die Erweiterungsfläche umfasst 11,9 Hektar. Bisher befinden sich dort Wiesen und Felder.

Bei der Bürgerbeteiligung am Dienstag gab es keine grundlegende Kritik am Bebauungsplan H 17, aber viele Fragen. Dabei ging es in erster Linie um Themen, die künftige Bauherren interessieren: Grundstücksgrößen und -preise, Kriterien für die Vergabe der Grundstücke, Bodenqualität, Energieversorgung, Einkaufsmöglichkeiten und schnelles Internet. Die Antworten waren nicht immer so konkret wie erhofft: Größen und Preise stehen noch nicht fest, auf andere Dinge hat die Stadt wenig Einfluss.

„Transparentes Verfahren“

Mit dem Entwurf des Bebauungsplans H 17 setzten sich zahlreiche Bürger auseinander.

Die Bedenken der bisherigen Bewohner von Hainhausen-West ließen sich einfacher beantworten: Müssen sie sich an den Erschließungskosten beteiligen? Nein. Müssen sie zusätzlichen Durchgangsverkehr befürchten? Eher nicht. Sind Probleme mit der Kanalisation zu erwarten? Nein, die Rohre sind dick genug. Neben Planern und Politikern waren rund 70 Einwohner ins Bürgerhaus Dudenhofen gekommen. Die Stadtverwaltung hatte sich auf noch mehr Besucher vorbereitet: „Ich wollte allen Interessenten die Möglichkeit geben, bequem zu sitzen“, sagte Heiko Freckmann vom Fachdienst Stadtplanung, Umwelt und Grünanlagen.

Ein „transparentes Verfahren“ gemeinsam mit den Bürgern sei dem Magistrat wichtig, unterstrich Bürgermeister Jürgen Hoffmann: „Nur nicht gestellte Fragen führen zu Missverständnissen.“ Auch Planer Freckmann rief dazu auf, die Fachleute zu löchern: „Keine Frage soll unbeantwortet bleiben.“ Jeder könne den Bebauungsplan-Entwurf mit allen Gutachten im Internet nachlesen. Zu weiteren Auskünften sei der Fachdienst jederzeit bereit: „Kommen Sie zu uns ins Büro, stellen Sie Ihre Fragen.“

Entschluss ist schon fast sieben Jahre her

Fast sieben Jahre ist es her, dass das Stadtparlament beschlossen hat, für die Felder am Brötchenweg einen Bebauungsplan aufzustellen. Dieser Feldweg hat seinen Namen daher, dass er illegal befahren wird, um morgens Brötchen einzukaufen. Das Problem: Die S-Bahn-Strecke trennt Hainhausen-West von sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten im Osten. Daran wird auch das Neubaugebiet nichts ändern. Aber der Brötchenweg wird dann zur offiziellen Erschließungsstraße.

Der Verkehr ist das große Thema des geplanten Baugebiets H 17. Der Stadtteil rückt an die überörtlichen Straßen heran. Das Gebiet liegt verkehrsgünstig, ist deshalb aber auch einer besonderen Lärmbelastung ausgesetzt. Über die Südtrasse und die Rodgau-Ringstraße erreichen Autofahrer schnell das überörtliche Straßennetz. Die S-Bahn-Station ist nur ein paar hundert Meter entfernt.

Eine Kombination aus Lärmschutzwall und -wand soll die Bewohner vor dem Autolärm schützen. Entlang der Rodgau-Ringstraße ist ein 30 Meter breiter Grünstreifen vorgesehen. Der städtebauliche Kompromiss: Den Erdwall soll eine Lärmschutzwand krönen, die einen Meter bis 3,50 Meter hoch ist. Ein Gutachter empfiehlt zudem Schallschutzfenster mit einer speziellen Lüftung für die Häuser der ersten Reihe.

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Ökologische Fragen beschäftigen die Planer weitaus mehr als bei früheren Baugebieten. Die Dächer sind nach Süden ausgerichtet, so dass man die Sonnenenergie gut einfangen kann. Regenwasser soll ortsnah versickern, damit sich neues Grundwasser bilden kann. Außerdem wird dadurch die Kläranlage entlastet. Die Flachdächer der Garagen müssen begrünt werden. Dennoch rechnet die Stadt damit, dass sie den Eingriff in Natur und Landschaft nicht ganz innerhalb des Baugebiets ausgleichen kann: 1 028 869 Ökopunkte fehlen.

Wird die große Freifläche zwischen Hainhausen und Jügesheim auch eines Tages bebaut? Diese Frage konnte Bürgermeister Jürgen Hoffmann nicht mit Ja oder Nein beantworten: „Wir werden jetzt eine Meinungsbildung der Stadtverordnetenversammlung im Hinblick auf die weitere Entwicklung unserer Stadt erwarten dürfen.“

Quelle: op-online.de

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