Spielplatzplanung am Tucholskyweg

Bürger und Planer an einem Tisch

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Nach der Abwägung aller Wünsche und Ideen füllt sich der Entwurfsplan im Nu. Als Nächstes müssen die Planer alle Vorschriften vom Fallschutz bis zur Rettungszufahrt berücksichtigen. Wenn alles glatt geht, will die Stadt den neuen Spielplatz in Hainhausen noch vor dem Jahresende errichten.

Hainhausen - Der Entwurfsplan für den Spielplatz am Tucholskyweg ist fertig. Nur drei Stunden brauchten die Mitarbeiter des Fachbereichs Stadtplanung und Umwelt, um sich mit Anwohnern über Wünschenswertes und Machbares zu einigen. Von Ekkehard Wolf 

Lob gab’s für diesen Weg der Bürgerbeteiligung. Eine junge Mutter: „Wir freuen uns, dass wir mitmachen können. Das ist eine schöne Idee.“ So schnell kann Planung gehen: Mit geübten Strichen skizziert Landschaftsarchitektin Barbara Katzer einen ersten Entwurf. Hier der Sandkasten, dort die Nestschaukel, ein Mäuerchen für die Sicherheit und einen Durchlass zum Kreisel. „Stopp!“, ruft eine Mutter aus der Runde. Ein Ausgang zur Straße sei viel zu gefährlich. „Ich wollte nur den vorhandenen Trampelpfad abbilden“, sagt die Fachfrau. Kopfschütteln in der Runde: zu gefährlich. Barbara Katzer greift zum Filzstift und malt den Durchlass zu.

Nicht alle Probleme lassen sich so schnell lösen. Diskussionsstoff liefert etwa die Frage, ob neue Büsche an der Lärmschutzwand gepflanzt werden, wenn die alten Dornensträucher erst mal weg sind. Eine Hecke ist ein Stück Natur, kostet aber Platz. Aber kann man die kahle Wand vielleicht bemalen? Oder mit Drehtellern und anderen Spielgeräten gestalten?

Die Ideen sprudeln

Etliche Mütter aus dem Wohngebiet sind mit ihren Kindern gekommen. Sie sprudeln vor Ideen, äußern aber auch Verständnis dafür, dass die Stadt kaum Geld hat. Das Wichtigste: Sie bringen die Alltagserfahrung mit, denn sie wissen am besten, was ihre Sprösslinge brauchen. Dieter Merget, der die Gesprächsrunde moderiert, gibt zu: „Ich kann nicht mehr so mitreden, meine Kinder sind schon 20 und 22 Jahre alt.“

Auf dem Tisch der Möglichkeiten liegen weiße Karten, auf denen die Wünsche notiert sind. Einige sind schnell aussortiert: Seilbahn (zu wenig Platz), Weidentunnel (zu aufwändig in der Pflege), Ballfangzaun (unerwünscht). Aber warum soll sich der neue Spielplatz auf Drei- bis Achtjährige beschränken? Die Antwort aus dem Rathaus: Bei älteren Kindern sei mit Ballspielen zu rechnen, für die ein fünf Meter hoher Ballfangzaun erforderlich sei. Einen solchen Zaun wolle man den Nachbarn nicht zumuten, damit sie sich nicht wie im Käfig fühlen.

Obwohl manche Wünsche auf der Strecke bleiben, äußern sich anwesende Mütter positiv. „Ich bin froh, dass es hier einen Spielplatz gibt und keine verwahrloste Wiese mehr“, freut sich eine von ihnen: „Ein Traum wird wahr.“

Quelle: op-online.de

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