XXL-Malerei an Fabrikfassade

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100 Meter lang und sechs Meter hoch: „Skurrile Typen“ sind das größte Gemälde in Rodgau und Umgebung. „Skurrile Typen“ haben Gerd Steinle (Mitte) und Matthias Meissner (links) an die Blechfassade der Rußfabrik gemalt. Das Foto zeigt die Künstler mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Hainhausen - Aus einer heruntergekommenen Außenwand ist jetzt endgültig ein prunkvolles Kunstwerk geworden. In der Alfred-Delp-Straße in Hainhausen zieren 66 „Skurrile Typen“, allesamt entworfen von Gerd Steinle, das Wellblech an der Rußfabrik der Chemischen Werke Brockhues.

Wo bis vor kurzem noch Graffitiaufschriften wie „ Nieder mit der Stadtbahn West“ zu lesen waren, da ist nun ein expressionistisches, leicht surreales Gemälde in XXL-Größe von sechs mal 100 Metern zu bestaunen. Am Sonntagnachmittag übergaben die Künstler ihr Werk an den Auftraggeber und die Öffentlichkeit. Die Jury des Wettbewerbs „Kunst vor Ort“ im Kreis Offenbach hatte den Entwurf von Gerd Steinle ausgewählt, als es darum ging, die Fabrikfassade aufzuwerten. Der Künstler aus Dudenhofen war bereits 2007 mit dem Kulturpreis der Stadt Rodgau ausgezeichnet worden.

Seit den Sommerferien arbeitete Gerd Steinle an seiner surrealen Malerei. Dazu hatte er unter anderem hatte Gerd Steinle die Firma Airtifex aus Gladbach mit ins Boot geholt. Vor allem Matthias Meissner ging ihm bei der Bemalung der großen Fläche zur Hand. Das Kunstwerk stelle Szenen aus dem Leben in Rodgau dar, sagte Gerd Steinle bei der Übergabe. „66 Typen“ verkörpern diverse Szenen aus dem Alltag auf abstrakte Weise. Das solle natürlich nicht bedeuten, dass die Bürger aus Rodgau „skurril“, also närrisch oder seltsam, seien. Ferner erfülle es ihn mit Stolz, dass nun sein Entwurf die „Rußbude“ schmücke.

Kunstwerke erzeugen Aufmerksamkeit

Kunst im Raum stelle immer ein Wagnis dar, meinte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Gerade Kunstwerke, die der Öffentlichkeit auf diese Weise zugänglich seien, sorgten immer wieder für Diskussionen, wie zuletzt auf der Internetplattform Facebook. Das sei ja schon während der Entstehung geschehen. Dass das Kunstwerk bereits Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe, merke man auch daran, dass Schüler der Geschwister-Scholl-Schule im Kunstunterricht bei Gabi Berthold Teile des Kunstwerkes abgezeichnet und koloriert hätten. Die Zeichnungen der Kinder waren ebenso bei der Übergabe des Kunstwerks zu bestaunen.

Christoph Britz, Sicherheitskoordinator der Brockhues GmbH & Co. KG, hob hervor, welche Freude es für die Firma darstelle, ihre Außenwand durch ein derartiges Kunstwerk bereichert zu sehen. Er hoffe ferner, dass dieses auch unversehrt bleibe und nicht durch Graffiti oder dergleichen verunstaltet würde, nicht zuletzt da man die positive Wirkung des Gemäldes ja bereits absehen könne. Er könne sich nicht daran erinnern, dass jemals so viele Besucher auf dem Werksgelände gewesen seien.

sjs

Quelle: op-online.de

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