Keine Kostensenkung durch Pauschale

Hallengebühr ohne Ausnahme

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Weiskirchen - Eine Pauschalierung der Nutzungsgebühren für Bürgerhäuser und Sporthallen schlägt der TTC Grün-Weiß Weiskirchen vor. Der Tischtennisclub möchte lieber eine gleich bleibende Pauschale bezahlen als jede einzelne Stunde abzurechnen.

Davon erhofft er sich weniger Bürokratie und sinkende Kosten. Im Rathaus stößt diese Idee nicht auf Gegenliebe: Der Magistrat will keine Ausnahme machen. Der TTC Grün-Weiß trainiert seit Jahrzehnten im Bürgerhaus Weiskirchen. Dienstags, mittwochs und freitags bauen die Spieler dort für fünf Stunden ihre Tischtennisplatten auf. Der Saal kostet zwar nur 3,50 Euro pro Stunde, aber übers Jahr kommt ein stattliches Sümmchen zusammen. Vorstandsmitglied Günther Feltes: „Insgesamt kommen wir auf etwa 3 000 Euro. Das ist für uns als kleinen Verein nicht wenig.“

Erst seit Anfang 2013 bittet die Stadt die Vereine zur Kasse. Die 3,50 Euro sind laut städtischer Kalkulation nur ein Zehntel der tatsächlichen Kosten. Den Rest tragen die Steuerzahler. Der Tischtennisclub hat den Mitgliedsbeitrag für aktive Spieler (Erwachsene) von sieben auf 14 Euro pro Monat verdoppelt, um der neuen Situation gerecht zu werden. „Alle Aktiven waren damit einverstanden, wir wollen ja unseren Sport weiterbetreiben“, sagt Feltes. Dennoch stoße der Club an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit. Mit 50 Mitgliedern, davon elf Schüler, habe der TTC Grün-Weiß nicht die Finanzkraft eines Großvereins im Rücken: „Im Moment stehen wir noch gesund da, aber das ist schnell aufgebraucht.“

Große Hoffnungen

In die elf Schüler setzt der Club große Hoffnungen. Sie sind die Zukunft des Tischtennissports in Weiskirchen und gleichzeitig ein Kostenfaktor. Denn auch der Trainer kostet Geld. Auf ihn kann der Club ebenso wenig verzichten wie auf den Saal für den Sportbetrieb. Um die laufenden Kosten zu drücken, schlägt der TTC Grün-Weiß eine Pauschalierung der Nutzungsgebühr im Bürgerhaus vor. Die Pauschale sollte nach Ansicht des Vereins alle Kosten abdecken, „auch wenn wir des Öfteren mal nicht in den Saal können, weil eine städtische Veranstaltung stattfindet oder der Bürgerhauswirt eine Veranstaltung durchführen möchte“. Eine Pauschale vermeide den hohen Verwaltungsaufwand durch die Einzelabrechnung.

Der Magistrat zeigt sich für diese Argumente nicht empfänglich. „Die Einzelabrechnung ermöglicht uns zum Beispiel frei werdende Hallenzeiten zu erkennen und anderweitig vergeben zu können“, antwortete Erster Stadtrat Michael Schüßler dem Verein: „Eine Ausnahme von dieser Regelung (…) ist nicht möglich.“ Günther Feltes vom TTC Grün-Weiß bezweifelt, dass sich noch viele weitere Nutzer fürs Bürgerhaus Weiskirchen finden. Für die meisten Sportarten eigne sich der Saal mit seinem Parkettboden nicht. Für den Tischtennisclub stehe über kurz oder lang die Existenz auf dem Spiel. „Wir sind überaltert wie viele andere Vereine. Wir sind froh, dass wir die Schüler haben und halten können“, so Feltes: „Es wäre schade, wenn wir das alles aufgeben müssten, weil wir es uns nicht mehr leisten können.“

eh

Quelle: op-online.de

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