Süßigkeiten und Grusel

Halloween: Hauptsache schön eklig

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Schaumzeug und Gummibärchen sind nicht jedermanns Sache: Doch vor allem das Aussehen der geäderten Augäpfel ist für manche Süßfans abschreckend genug. Auch die Lutscher in Gebissform mit Reißverschluss munden nur hart gesottenen Halloween-Fans.

Rodgau - Gruselige Kürbisköpfe, Skelette und Halloween gehören zusammen: Längst hat der Kostüm- und Partytrend aus Amerika Deutschland erreicht.

Das Rodgauer Kinder- und Jugendparlament beispielsweise lädt für Freitag, 27. Oktober, von 17 bis 21 Uhr, Fünft- bis Zehntklässler zur schaurigen Feier mit Kostümwettbewerb mit tollen Preisen ins Jugendhaus Dudenhofen ein. Bereits die Herbstferienspiele im Jugendhaus Dudenhofen standen unter dem Motto Halloween. Mit auf der Aktionsliste war das beliebte Wehrwolfspiel, das ein wenig Grusel in die städtische Einrichtung brachte. Die Abschlussdisco jedenfalls war an einem Freitag, dem 13. Ein passenderes Datum hätten die Organisatoren gar nicht finden können.

Dem Brauch nach verlangen Kinder am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November an den Haustüren nach Süßem oder Saurem. Auch bei den Mexikanern hat man sich was abgeschaut: Der Día de Muertos ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem der Verstorbenen gedacht wird. Schreiend bunte Süßigkeiten in Skelett- oder Totenkopfform gehören dort unbedingt zum Feiern dazu. Bei Silke Schwehm von der Jügesheimer Zuckerstubb sind der Verkauf solcher Leckereien jetzt schon längst alltägliches Geschäft.

Schaurige Augäpfel, eklige Spinnentiere, giftiggrüne Kröten, Frankenstein-Masken und Totenköpfe: Ordentlich gruselig aussehen müssen die passenden Zutaten zum Halloween-Fest. Manche Angebote aber sind so eklig, die mag die Jügesheimer Süßwaren-Spezialistin gar nicht in ihrem Geschäft haben.

Halloween in aller Welt: Die tollsten Bilder

Bereits die schrillen „Glotzi“-Augen findet sie mehr als gewöhnungsbedürftig. Im Innern der Kugeln verbergen sich Schaum und Gummibärchen. Kinder dagegen haben kaum Berührungsängste bei diesen Schmankerln. „Es gibt immer mehr ausgefallene Sachen“, berichtet Schwehm. Für Partys werden auch entsprechende Kuchen gebacken, weiß die Fachfrau, die beim Kürbisfest mit verkaufsoffenen Sonntag bereits fertig abgepackte Halloween-Tüten mit orange-schwarzen Bändchen anbieten will.

Vergleichsweise harmlos dagegen sind die Halloween-Nudeln vom Hofladen Kühnle: Mit einer feinen Soße munden kleine Kürbisse sowie Miniatur-Fledermäuse und -Spinnennetze. Doch für private Partys lassen sich manche Gastgeber richtig unappetitliche Speisen einfallen – frei nach dem Motto „Hauptsache eklig“ sind die nichts für zartbesaitete Gemüter.

Bilder: Halloween rund um die Welt

Manche Ideen scheinen allerdings gar zu derb, um von ihnen zu berichten, doch nicht vorenthalten wollen wir unseren Lesern, dass es auf einer Feier, von der wir gehört haben, „Blutiges Gehirn“ geben soll. Hinter dem schaurigen Namen verbirgt sich Vanillepudding in entsprechender Form mit Himbeersoße. Wer leckere Würstchen „abgeschnittene Finger“ nennt, beweist damit einen ganz besonderen Humor. Nicht fehlen darf „Göttlicher Grusel-Glibber“, also bunter Wackelpudding und tiefdunkelroter Kirschsaft, der als Blutersatz dient. Zu den eklig klingenden Speisen werden Getränke in schrillen Farben in Reagenzgläsern serviert.

Stilecht kredenzt werden solche und ähnliche Horror-Mahlzeiten auf Einwegtellern mit blutigem Handabdruck. Wem dann noch nicht schlecht ist, der greift vielleicht zu einem Glas Gruselbowle mit eiskaltem Händchen. Dafür wird in einem Latexhandschuh eine Eishand gefroren. (siw)

Quelle: op-online.de

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