Handgranate im Kleingarten

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Große Berge Schutt türmen sich auf dem Gelände, das Kleingärtner früher genutzt haben. Es sieht dort zurzeit aus wie auf einem Truppenübungsplatz.

Hainhausen - In der Haut des Baggerfahrers auf dem Gelände der Gärten am Finkenweg mochte bestimmt niemand stecken. Auf dem Grundstück wurde bei Abrissarbeiten eine scharfe Handgranate aus Ex-Jugoslawien entdeckt. Von Bernhard Pelka

Nachdem das Areal abgesucht worden war, musste der Mann weiterarbeiten - ganz sicher mit einem flauen Gefühl im Magen. „Hoffentlich finden wir nix mehr“, machte er sich Mut und grub unverdrossen weiter.

Die Polizei war am Donnerstagmorgen um 8.30 Uhr alarmiert worden. Sofort wurde das Gebiet abgesperrt. Dann rückte der Kampfmittelräumdienst an. Die Handgranate stammt aus dem Balkankrieg 1991 bis 1995 und war noch scharf. Die Experten schafften sie ohne Probleme weg. Danach suchten sie das frühere Kleingartengelände penibel ab. Es wurde kein weiterer Sprengkörper entdeckt.

Die Stadt hatte die Pachtverträge für die 26 Parzellen am Finkenweg zum Jahresende gekündigt. Die Gärten liegen im Überschwemmungsbereich der Rodau. Stau-Nässe und stinkende Hinterlassenschaften in den Gemüsebeeten sorgten seit einigen Jahren für Ärger.

Bis gestern waren bei der Räumung des Grundstücks zehn Container mit jeweils zehn Kubikmeter Schutt angefallen. Weitere zehn Container Abfall werden sich wohl noch füllen. Dabei hatten Schrotthändler sich schon kräftig bedient, bevor der Bagger anrückte.

Nördlich von Hainhausen sollen etwa 60 bis 65 neue Kleingärten als Ersatz entstehen. Bei Zuteilung der Parzellen für die Anlage „Auf der Höhe“ werden die Kleingärtner vom Finkenweg vorrangig berücksichtigt, wie die Stadtverwaltung angekündigt hatte. Für alle anderen Bewerber bleibt es bei der üblichen Rangfolge: Zuerst kommen Familien mit Kindern zum Zug, danach die übrigen Interessenten. Ob die Gärtner schon ab 2010 bei Hainhausen ihre neuen Beete anlegen können, steht noch nicht fest. Nachdem das Stadtparlament den Entwurf des Bebauungsplans H 18 für das Kleingartengelände „Auf der Höhe“ akzeptiert hat, wurden nun Behörden und andere Träger öffentlicher Belange um ihre Stellungnahme gebeten. Am Dienstag wird darüber im Parlament berichtet.

Quelle: op-online.de

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