Kooperation mit Schule

Hand in Hand fürs Handwerk

Sie wollen im Interesse der Schüler eng zusammenarbeiten (vorne von links): Koordinator Stefan Bärenz und Geschäftsführer Dr. Matthias Wiemers von der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main und Schulleiter Tino Desogus mit Hauptschulzweigleiterin Cornelia Ott-Tebbe. - Foto: Petrat

Hainhausen - Schule und Handwerk ziehen an einem Strang, um Jugendlichen die Vielfalt der 130 Handwerksberufe näher zu bringen. Als erste Schule im Kreis Offenbach hat die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) jetzt eine Kooperation mit der Handwerkskammer vereinbart.

Fachkräftemangel ist nicht nur eine Sorge der Betriebe, sondern auch der Schule: Es gibt kaum noch Lehrkräfte für das Fach Arbeitslehre. Der Trend bei Schulabgängern gehe zur weiterführenden Schule und dem Studium, erklärt GSS-Schulleiter Tino Desogus, aber gerade Hauptschüler hätten mit einer Berufsausbildung gute Zukunftsaussichten. Deshalb unterzeichnete die Scholl-Schule jetzt eine Kooperationsvereinbarung mit der Handwerkskammer Rhein-Main. Beide Seiten wollen enger zusammenarbeiten, um Schülern früh eine Orientierung zu ermöglichen und Chancen zu eröffnen.

Viele Schüler drängen auf höhere Bildungswege. Hatte die GSS im vergangenen Schuljahr noch eine komplette Hauptschulklasse, ist diesmal nur noch eine gemischte Klasse mit dem Realschulzweig zu Stande gekommen. Die Lehrkräfte haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler sich mit zu hohen Anforderungen unnötig quälen. Und auch der Mangel an qualifizierten Handwerkern macht sich bemerkbar.

Aufs spätere Berufsleben vorbereiten

Die Geschwister-Scholl-Schule will ihre Schüler bestmöglich auf das spätere Berufsleben vorbereiten. Wie gut die Angebote angenommen werden, zeigen die Projekte der Schülerfirmen. Aktuell beliebt ist die Cateringfirma, die zur feierlichen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung ein leckeres Menü bereithielt.

Sorgen bereitet der Lehrermangel im Fach Arbeitslehre. „Uns fehlen Fachkräfte“, bedauert Cornelia Ott-Tebbe. Die Schulkoordinatorin für Berufsorientierung ist eine der letzten verbliebenen Lehrkräfte in diesem Bereich. Werkräume sind vorhanden und der Maschinenraum ist so gut ausgestattet, dass es ihr schwer fällt zu sagen, was dort noch fehlt. Etwas mehr bei der Metallbearbeitung dürfe es sein, aber die Ausstattung sei schon sehr gut. Aber was nützten die besten Maschinen, wenn kein Lehrer sie bedienen kann? Seitdem Frankfurt keine Arbeitslehre-Lehrkräfte mehr ausbilde, bleibe nur noch die Ausbildung in Nordhessen. Aber fast alle Lehrer blieben dann auch dort.

Top Ten der unbeliebten Berufe

Top Ten der unbeliebten Berufe

Die Möglichkeit zum Seiteneinstieg wurden zum Leidwesen der Schule nicht nur reduziert, oft fehlt es den Praktikern auch an pädagogischer Qualifikation. So setzt die GSS auf langfristige Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Rhein-Main. Bei Fragen zur Berufswahl habe man so den idealen Ansprechpartner. Man könne Praktika vermitteln und den Nachwuchs in den Handwerksberufen schon früh auf das Arbeitsleben vorbereiten, erklärt Stefan Bärenz, der bei der Handwerkskammer die Zusammenarbeit mit den Schulen koordiniert.

Los geht es bereits Ende des Monats

Los geht es bereits Ende des Monats für die erste Klasse, die nach Frankfurt zum Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer fährt und in drei verschiedene Berufe hineinschnuppern kann. Voraussetzung für diese intensive Zusammenarbeit war eine hessenweit einheitliche Maßnahme zur Feststellung der Stärken und Kompetenzen der Schüler einer Klasse, genannt „Kompo 7“.

„Es heißt dranbleiben“, zeigte sich auch Erster Stadtrat Michael Schüßler von der Zusammenarbeit begeistert, „viele Jugendliche haben in diesem Bereich ihre Stärken und müssen gefördert werden.“ Die Stadt verfolgt mit ihrem Programm „Rodgau 16 plus“ ähnliche Ziele. J pep

Quelle: op-online.de

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