Gut fünf Jahre Haft für Haschisch-Bauer

Angeklagter im Knast vermöbelt

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Rodgau - Überraschend schnelles Ende im Haschisch-Plantagen-Prozess: Nach nur einem einzigen Prozesstag wurde der 40-jährige Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu fünf Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der gebürtige Frankfurter mit kroatischer Staatsbürgerschaft gibt zu, als Mitglied einer größeren, deutschlandweit agierenden Bande maßgeblich am Aufbau einer florierenden Cannabis-Zucht in Jügesheim beteiligt gewesen zu sein. Des weiteren räumt er eine einmalige Erntehilfe in Mainhausen ein. Fünf weitere angeklagte „Ernte“-Fälle in Mainhausen und Hanau ließ Staatsanwältin Katrin Gniss fallen, hier erschien die Aussage des Angeklagten der 12. Strafkammer glaubhaft genug für eine Verkürzung der Anklageschrift. Das Gericht würdigt mit dem milden Urteil das Geständnis des nicht Vorbestraften, in der er seine Rolle als Mittäter ungeschönt offen legt.

Bereits im Jahr 2000 begannen die mehrheitlich aus Frankfurt stammenden Gauner mit dem professionellen Hanfanbau. Von 2006 bis 2007 mieteten sie die 963 Quadratmeter große Halle an der Otto-Hahn-Straße im Jügesheimer Industriegebiet. 8.100 Pflanzen brachten in drei Ernten 1,15 Tonnen Marihuana mit einem THC-Gehalt von elf Prozent auf die Waage - was einem Marktwert von rund 3,2 Millionen Euro entspricht. Für die arbeitsintensive Ernte wurden ausländische Arbeiter angeheuert. Sie erhielten in der mit Rigipswänden unterteilten Halle freie Kost und Logis.

Im Gefängnis die Hand gebrochen

Der Anteil des Verurteilten betrug nach eigenen Angaben 400.000 Euro. Mit diesem Geld flüchtete er rechtzeitig bevor die Sache aufflog und zehn seiner Komplizen 2007 verhaftet wurden in sein Heimatland. Viel ist von der Beute wohl nicht geblieben: die Hälfte legte der Gauner in Aktien an, die nach der Wirtschaftkrise 2008 nur noch ein Viertel wert waren. Er finanzierte das Studium seiner Ex-Frau, investierte in eine gewerbsmäßige Imkerei mit 150 Bienenvölkern. Vom Rest bestritt er seinen Lebensunterhalt.

Bei Vollstreckung der Haftzeit werden dem Kroaten insgesamt 22 Monate Untersuchungshaft angerechnet, wobei die Zeit in serbischer Auslieferungshaft doppelt zählt. In Sremska Mitrovica musste der 40-Jährige mit sechs Mithäftlingen in einer Zelle ausharren, wurde als Kroate angefeindet und beschimpft, die Aufsicht sah weg. Beim zweiten Hofgang wurde ihm von Mitinsassen die Hand gebrochen, vom Arzt erhielt er lediglich eine Schmerztablette. Erst in deutscher Haft wurden die falsch zusammen gewachsenen Knochen operiert.

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Seine eigene Cannabissucht begann mit dem 15. Lebensjahr. Die will der Kroate nun mit einer Therapie in den Griff bekommen. Eine Verbindung zwischen Straftaten und Abhängigkeit schloss der Gutachter indes aus: hier gab es keine Strafmilderung im Sinne einer Beschaffungskriminalität.

gel

Quelle: op-online.de

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