Ein Haus der Rundumversorgung

+
So soll das Medizinische Kompetenzzentrum an der S-Bahn-Station Nieder-Roden aussehen. Schon im Januar 2008 hatte Investor Uwe Werkmann erstmals Interesse bekundet. Dann geriet das Projekt zwischen die Mühlsteine der Politik.

Rodgau ‐ Der Magistrat hat die Weichen zum Bau eines Medizinischen Kompetenz- und Versorgungszentrums (MKZ) an der Unteren Marktstraße in Nieder-Roden gestellt. Von Bernhard Pelka

Das Gremium beschloss, die Stadt solle zwei Grundstücke von Privatbesitzern kaufen, um sie dann dem Investor des Vorhabens, dem Bauträger Uwe Werkmann aus Dietzenbach, weiter zu verkaufen. Nur wenn er in den Besitz dieser zwei Flurstücke kommt, kann er das seit gut zwei Jahren geplante 11,5-Millionen-Projekt realisieren.

Die Stadtverordnetenversammlung muss dem Grundstücksgeschäft noch zustimmen, das auch den Verkauf zweier weiterer Parzellen vorsieht. Das soll in der Sitzung am 22. März geschehen. Dann sollen die Abgeordneten auch Werkmanns Projektentwicklungs-GmbH den Zuschlag zur Realisierung des Neubaus erteilen. Werkmann war der Einzige, der bei der europaweiten Ausschreibung ein Angebot abgegeben hatte. Beim Verkauf aller vier Grundstücke ergibt sich ein Durchschnittsquadratmeterpreis von 350 Euro. Er liegt 40 Euro unter dem eigentlichen Wert des Geländes pro Quadratmeter.

Vorverträge bestehen noch nicht

Werkmann verpflichtet sich, das MKZ binnen zwei Jahren nach Bekanntgabe der Baugenehmigung fertig zu stellen. Der Bauherr darf ausschließlich ein MKZ errichten. Verletzt er diese Verpflichtung, hat die Stadt ein Wiederkaufsrecht. Die Planung sieht ein viergeschossiges Gebäude am südlichen Ende der Unteren Marktstraße mit Überbauung der Unteren Marktstraße vor. Die zwei Gebäudeteile sind durch eine Brücke verbunden. Es entstehen 4 750 Quadratmeter Nutzfläche für acht Facharztpraxen, je einen Allgemeinmediziner, Kardiologen, Chirurgen, eine Notdienstzentrale, ambulante OP-Bereiche, Pflegedienst, Sterbebegleitung, Reha, Fitness, eine 24-Stunden-Apotheke, Labor, Sanitätsbedarf, Café, Verwaltungs- und Konferenzräume.

Vorverträge bestehen noch nicht. Die Belegung steuern das Ärztenetz Rodgau/Rödermark mit dem Dudenhöfer Arzt Dr. Ingomar Naudts und der Verein „Gesundheitsregion Hessen“. Besucher stellen ihre Pkw auf einem neuen Parkhaus ab (auf dem P + R-Platz). Der Neubau lässt es zu, dass später noch die an der Marktstraße schon lange geplante Zentralbücherei errichtet werden könnte.

Quelle: op-online.de

Kommentare