„Haus der Vereine“ im Gespräch

Hainhausen ‐ Das alte Rathaus Hainhausen wird möglicherweise ein „Haus der Vereine“. Zwischen der Interessengemeinschaft der Ortsvereine (IGEMO) und der Stadtverwaltung haben bereits erste Gespräche stattgefunden  Von Ekkehard Wolf

Das bestätigten nun IGEMO-Vorsitzender Egon Laux und Stadtrat Michael Schüßler auf Anfrage unserer Zeitung. Noch sei aber nichts entschieden. „Der Bedarf an Vereinsräumen ist da“, betont Laux. Obst- und Gartenbauverein, VdK sowie CDU und SPD hätten bereits Interesse geäußert.

In dem kleinen Stadtteil verfügen nur die beiden Sportvereine über eigene Gebäude. Das Mütterzentrum hat sich über dem katholischen Kindergarten eingemietet. Darüber hinaus sind Vereinsräume Mangelware.

Bisher stand der ehemalige Altentreff am Kindergarten Robert-Koch-Straße zur Verfügung. Da er demnächst zum Familienzentrum ausgebaut werden soll, bleibt an städtischen Gebäuden nur noch das alte Rathaus. Dort probt der Gesangverein Eintracht an zwei Abenden pro Woche im ehemaligen Sitzungssaal, die Freie Musikschule gibt Instrumentalunterricht, der Geschichts- und Kulturverein nutzt einen Raum im Obergeschoss.

Vor zwei Jahrzehnten trafen sich dort Eltern-Kind-Gruppen, im Erdgeschoss praktizierte ein Kinderarzt. Danach wurden die Räume für ein paar Jahre von der städtischen Sozialstation genutzt. Seither standen sie meist leer. Das Ortsgericht hat einen Raum für die wöchentliche Sprechstunde. Im Sitzungssaal tagt der Ortsbeirat etwa sechs Mal im Jahr.

Ein Verkauf des alten Rathauses, wie ihn der Magistrat vor Jahren diskutiert hat, ist laut Stadtrat Schüßler unrealistisch. Jegliche Nutzungsänderung scheitere an fehlenden Parkplätzen. Die dichte Bebauung an der Heinrich-Sahm-Straße schränke zudem die Planung eines Neubaus ein. Fazit: „Ich kriege die Immobilie nicht mal zum Bodenrichtwert abzüglich der Abbruchkosten los.“

Noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung fallen

Dem Stadtrat schwebt eine Lösung vor, bei der die Stadt Eigentümerin bleibt und für den Erhalt der Gebäudesubstanz verantwortlich ist. Die IGEMO soll die Schlüsselgewalt erhalten und für den laufenden Betrieb zuständig sein, ähnlich wie an der Waldfreizeitanlage. Dazu gehört das Recht, die Räume unterzuvermieten, aber auch die Pflicht, einen Hausmeister zu stellen und die Betriebskosten zu tragen. Am Ende, so Schüßler, würden beide Seiten profitieren.

Ob es wirklich so kommt, ist noch offen. „Es muss für beide Seiten stimmig sein“, betont IGEMO-Vorsitzender Egon Laux. Er rechnet noch für dieses Jahr mit einer Entscheidung in die eine oder andere Richtung. „Auf Augenhöhe“ will auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann mit den Ortsvereinen verhandeln. Nur dann könne man eine gute Lösung für alle Beteiligten finden. „Es ist für uns neu und es ist für die Vereine neu“, so Hoffmann, „das ist ein Prozess, bei dem wir alle lernen müssen und lernen wollen. Niemand soll sich über den Tisch gezogen fühlen.“ Falls eine Einigung gelinge, könne sie ein Vorbild für ähnliche Vorhaben in anderen Stadtteilen sein.

Gegen diese Vorgehensweise regt sich Kritik in Hainhausen. Bei der jüngsten Ortsrundfahrt der CDU zeigten sich einige Teilnehmer überrascht davon, dass der Hochbaudezernent ohne politischen Auftrag mit den Vereinen verhandele. Ortsvorsteher Ewald Simon: „Der Ortsbeirat weiß noch von nichts.“

CDU-Pressesprecher Alfred Rautenberg zweifelt auch daran, ob die Räume im alten Rathaus für die Bedürfnisse der Ortsvereine ausreichen: „Das ersetzt keinen Pfarrsaal, das ersetzt auch den Raum am Kindergarten nicht. Im Prinzip haben die Vereine für größere Veranstaltungen keinen Raum.“ Alfred Rautenberg stellt die Frage in den Raum, ob Hainhäuser Vereine künftig auch das neue Feuerwehrhaus mitnutzen können.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare