Damensitzung des Freundeskreises

Hausfrauen kein bisschen bieder

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Die „Starlight Dancers“ vom SKV Hainhausen heizten als Ski-Hasen richtig ein.  

Hainhausen - Freibeuter ahoi! Mit viel Spaß und Klamauk schipperte der Freundeskreis Turnen und Fastnacht (FTF) bei seiner großen Kaperfahrt übers Meer, diesmal waren allerdings nur Frauen an Bord.

Die die „Proseccos“ eröffneten mit ihrem „Jailhouse-Rock“ die zweite Hausfrauensitzung des jungen Vereins. Grimmige tätowierte Häftlinge tanzten gemeinsam mit der Polizei. „Früher hat es das alles nicht gegeben, und wir sind trotzdem noch am Leben“, ärgerte sich Martina Meusch in der Bütt. Vom Wandel der Erziehung, im Kindergarten und anderer Dinge wusste sie gekonnt mit Witz und Nachdruck zu berichten. Viele Besucherinnen im SKV-Saal erkannten sich als Leidensgenossinnen wieder. Mama-Taxi, Telefon, Computerkram und soziale Netzwerke, das hätte es früher alles nicht gegeben. Noch richtig Hessisch wurde da gebabbelt, nicht so ein Mix aus Deutsch und Englisch, und vor allem hätte man noch Respekt vor dem Alter gehabt. Doch am Fahrradhelm da zeigte sich, dass auch neue Sachen manchmal doch gut sind.

Nachdem Anna Eser mit ihrem Solotanz etwas fürs Auge bot, stürmte die Jugend der Guggemusik mit Schwung an Deck und ließ es richtig scheppern und krachen. Den Takt beim Nachwuchs gaben Max Eser und Moritz Schlaich an. Bei ihren Auftritten wurden sie von den erfahrenen Bühnenkräften Silke Seum und Michael Weimer unterstützt. Den passenden Tusch an Bord spielte stets das „Rodgau Kurorchester“ unter der Leitung von Joachim Massoth.

Sekt oder Schoppe?

Nerzmantel oder funktionale Thermowäsche? Sekt oder Schoppe? Schminkpuder oder Mehl? Zwei ganz unterschiedliche Vorstellungen von Après-Ski, Männern und überhaupt von allem hatten Gabi Ott-Beavers und Sabine Haase-Schnorrbusch im Nobelskiort St. Moritz. Bei der „Prosecco Show“ jagte ein lockerer Spruch den nächsten. Romantisch wurde es bei ihrem musikalischen Streifzug, als die Herzbuben „Herzilein“ und „Schatzilein“ ihr Leidlein sangen und der ganze Saal mit großen roten Herzen im Takt mitfeierte. Nach vielen Enttäuschungen musste schließlich festgestellt werden: Die schönsten Männer gibt es eben doch im nur daheim in Rodgau.

Die Piratengarde des FTF war einmal mehr ein Augenschmaus.

Mit Pudelmütze und langen blonden Zöpfen fegten die „Starlight Dancers“ des SKV Hainhausen als Ski-Hasen direkt im Anschluss über die Bühne und bewiesen Spaß am Tanzen. Freud und Leid aus den Leben eines Kreppels hatte Elke Reif zu berichten. „Vollgefüllt bis kurz vorm Platzen, gezuckert und helau, willkommen zur Kreppelschau“, so fasste sie ihr Dasein kurz zusammen. Viel Applaus bekam auch die hauseigene Piratengarde, die im strammen Takt über das Deck marschierte und den Kahn so stimmungsvoll ins Wanken brachte. Ebenfalls ordentlich Radau machte die Gruppe „Drums Alive“ unter der Leitung von Anja Eser und Stephanie Sehnert. Eigentlich als Sportgerät gedacht, waren die großen Gymnastikbälle aber auch als Musikinstrument bestens geeignet. Sofort schwappte die Welle der Begeisterung auch ins Publikum über.

Gemeinsame Reise

Für Chaos in New York sorgten Anja Roth und Jutta Podroschko, was sie auch lebendig schilderten. Mit einem wahren Ticket-Chaos - „Dein Hinflug war mein Rückflug“ - hatte die gemeinsame Reise schon beschwerlich begonnen. Klamm bis auf den letzten Cent brachten sie es dann aber schnell vom Tellerwäscher zum Millionär, und zwar das Essen in ihrem Kellnerjob. Egal ob Drachenfest am Hafen, Eppelwoifest am Timesquare mit „Handcheese with music“, die „Water tower party“ oder die Holzversteigerung im Central Park, die Rodgauer Bräuche kamen nur mäßig gut an in Amerika. Weiter ging es im Programm mit den Bläsern der „Alten Herren“ vom SV Weiskirchen. Unter der Leitung von Herbert Massoth tauschten sie Trikot gegen Piratentuch und stiegen mit ihren Instrumenten zu. Zu Klassikern wie „Que sera“ wurde dann auch geschunkelt.

Als Krönung der Schöpfung erschuf Gott die Hausfrau. Zumindest inszenierte Doris Oestreicher so ihren Auftritt als Babette, der letzten deutschen Putzfrau vor der Autobahn. Sie plagte sich unter anderem dem einen oder anderen Pfund zu viel auf den Hüften. Ihr Versuch mit kanariengelber Unterwäsche wieder Zunder in ihr Schlafzimmer zu bringen, blieb leider vergeblich.

In die Welt vom Glamour und Blitzlichtgewitter entführte die Gruppe „Akzeptanz Classic“ aus Babenhausen die Zuschauer. Anmutig und elegant tanzten die Mädels den harten und rauen Modelalltag. „Alt werden ist nichts für Feiglinge“, stellte Marianne Spahn. Falten, Orangenhaut und andere Wehwehchen beklagte sie, dabei war sie doch im richtig knackigen Alter - mal knackst es hier, mal knackst es dort. Und am Ende war sie sich sicher, lieber unanständig jung als in Würde alt. Nach der feschen Gaudi der Gruppe „Taktlos“ und dem großen Finale wurde einfach munter weiter gefeiert.

pep

Quelle: op-online.de

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