Etat für 2019 mit Kooperationsmehrheit beschlossen

Haushalt ist "auf Kante genäht"

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Rodgau wächst weiter, wie hier in Hainhausen-West. Die Entwicklung zur Sonderstatusstadt mit 50.000 Einwohnern war auch ein Thema der Haushaltsdebatte.

Rodgau -  Die Steuern und Gebühren der Stadt Rodgau bleiben weiterhin stabil. Der Haushaltsplan für 2019 sieht keine Erhöhung vor. Das Zahlenwerk wurde am Dienstag mit den Stimmen der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste beschlossen.

CDU, AfD und ZmB stimmten dagegen. Zum vierten Mal ist der Haushalt ausgeglichen. Der Jahresüberschuss fällt aber um ein Drittel geringer aus, als noch vor sechs Wochen bei der Einbringung des Etats absehbar war: rund 300. 000 statt 450 .000 Euro. Die CDU sieht darin ein Risiko, wie mehrere Redner während der zweitägigen Haushaltsberatung sagten. Fraktionschef Clemens Jäger nannte den Etat „auf Kante genäht“.

Auch Rodgau profitiert von der guten wirtschaftlichen Entwicklung. Steigende Steuererträge vergrößern den finanziellen Spielraum. So gelang es der Stadt in diesem Jahr, Fehlbeträge aus den Vorjahren auszugleichen und mehrere Millionen an Krediten zurückzuzahlen.

Bei den Ausgaben fallen vor allem die Personalkosten ins Gewicht. Der Stellenplan sieht 66 zusätzliche Fachkräfte in den Kindertagesstätten und 17,5 Stellen in der Verwaltung vor. Ursprünglich sollte die Verwaltung sogar um 18,5 Mitarbeiter wachsen; eine Stelle strich der Magistrat in den letzten Wochen wieder aus dem Plan.

Miete drückt eine Million Haushalte unter Hartz-IV-Niveau

Knapp 100. 000 Euro mehr für EDV-Leistungen kamen ebenfalls kurzfristig dazu. Davon profitieren in erster Linie die Kindertagesstätten: Alle städtischen Kitas werden mit einem WLAN-Funknetz ausgestattet und jede Gruppe bekommt ihren eigenen Laptop, unter anderem zur Entwicklungsdokumentation und zur Portfolio-Arbeit.

Die Investitionen sind so hoch wie schon lange nicht mehr: 19,1 Millionen Euro, in erster Linie zum Bau von Mietwohnungen und Kindertagesstätten. Sie werden zum größten Teil über Kredite finanziert (16,5 Millionen).

Bereits am Morgen nach dem Haushaltsbeschluss war der Plan überholt: Kreiskämmerer Carsten Müller kündigte im Kreistag eine höhere Schulumlage an. Für die Stadt Rodgau bedeutet das, dass sie mehr als die bisher kalkulierten 13,5 Millionen Euro bezahlen muss. (eh)

Quelle: op-online.de

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