Kreis kürzt Gelder für die Schulen

Rodgau (eh) - Die Haushaltssperre des Kreises Offenbach macht den Schulen in Rodgau zu schaffen. Ein Viertel der ihnen zugesagten Gelder dürfen die Schulen in diesem Jahr nicht ausgeben. Von den angesparten Geldern des vergangenen Jahres verfällt die Hälfte.

Besonders hart trifft es die Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Nieder-Roden. Jeder Fünftklässler soll ein Musikinstrument erlernen: Das hat sich die HBS fürs neue Schuljahr vorgenommen. Bereits im Frühjahr hat sich jedes Kind ein Instrument ausgesucht - Geige, Gitarre, Keyboard oder Percussion. Die Schule stellt die Instrumente zur Verfügung.

Beinahe wäre dieses neue Konzept gescheitert. „Die Instrumente wollten wir aus angesparten Geldern aus dem Haushaltsjahr 2011 und aus den Haushaltsmitteln 2012 finanzieren“, berichtet Schulleiterin Andrea Haus. Doch dann kam die Hiobsbotschaft aus dem Kreishaus: „In den Ferien bekamen wir es schriftlich, dass nur 50 Prozent der Restmittel aus dem Jahr 2011 übertragen werden dürfen. Die Ansätze im Ergebnishaushalt 2012 sind mit einer Sperre von 25 Prozent belegt.“ Der Schule fehlen dadurch auf einen Schlag rund 7200 Euro.

Ein Sponsor ermöglicht, dass das neue Musikkonzept trotzdem starten kann: Aber kann es richtig sein, dass Schulen auf solche Glücksfälle angewiesen sind? Auch das Ansparen von Geldern über mehrere Jahre erlaubt der Kreis Offenbach künftig nicht mehr. HBS-Leiterin Andrea Haus bezeichnet es als „unschön“, dass nun letztmals Mittel aufs nächste Haushaltsjahr übertragen werden dürfen: „Das passt für mich überhaupt nicht zusammen mit dem tollen Begriff ,selbstständige Schule‘.“

Ausgaben auf dem Prüfstand

In der Jügesheimer Georg-Büchner-Schule muss Schulleiter Winfried Döring für übernächste Woche eine Streichkonferenz einberufen. Alle Ausgaben, die vor den Ferien beschlossen wurden, kommen auf den Prüfstand: „Wir müssen knapp 4 000 Euro einsparen, das passt uns gar nicht.“ Gelder vom Schulförderverein sind in solchen Zeiten besonders willkommen. Döring: „Ich bin dankbar, dass so viele Eltern den Förderverein mit ihrem Beitrag unterstützen.“

Auch die Geschwister-Scholl-Schule Hainhausen ist alles andere als glücklich über die Haushaltssperre des Kreises. „Das macht uns natürlich Sorgen“, bestätigt Schulleiter Tino Desogus. Dennoch erwartet er ab 2013 eine größere finanzielle Freiheit: „Im nächsten Jahr werden wir am kleinen Schulbudget teilnehmen.“ Da geht es nicht um die bescheidenen Kreismittel, sondern um Gelder des Landes für Vertretungsunterricht, IT-Support, Lehrmittelfreiheit und Fortbildung. Desogus: „Diese Mittel sind komplett übertragbar innerhalb der Töpfe und können bis zu drei Jahre angespart werden. Das ist vertraglich zugesichert.“

An den Grundschulen sind die Auswirkungen ebenfalls spürbar. „Es zwickt überall“, sagt etwa Sabine Döring von der Carl-Orff-Schule: „Man muss genau überlegen, welche Investition man tätigen kann.“ So musste der Förderverein einspringen, um das neue Klettergerüst auf dem Schulhof zu finanzieren.

Völlig überraschend kam der Brief des Kreises für die Wilhelm-Busch-Schule. „Wir hatten Gott sei Dank noch nichts bestellt“, berichtet Konrektorin Alessa Länder. Jetzt regiert äußerste Sparsamkeit bis hin zu fotokopierten Arbeitsblättern.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Tommy S./pixelio.de

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