Heimat auf Festplatte billig und effizient

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Matthias Blickle ist federführend bei der Digitalisierung der Dudenhöfer Geschichte. Er hat auch beruflich mit neuen Technologien zu tun.

Dudenhofen ‐ Der Tag des offenen Archivs findet immer wieder Zuspruch. An den Samstagen, an denen der Verein Heimat Geschichte und Kultur in Dudenhofen (HGKiD) seine Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zugänglich macht, finden sich die Dudenhöfer auf alten Fotos wieder. Von Andreas Pulwey

Seit Monaten lassen die Vereinsmitglieder die Computer glühen und erfassen alle Daten, die ihnen aus Jahrhunderten Ortsgeschichte vorliegen. „Den da kenn ich, des is der Ernst-Ludwig Kratz“, deutet einer der Besucher den kleinen Jungen auf dem alten Einschulungsfoto heraus. Walter Erb hat die Personen auf den gut und gerne 100 alten Schwarzweißbildern durchnummeriert. Nun braucht er nur noch den Namen in den Computer einfügen und schon ist der HGKiD wieder ein Stück schlauer.

So arbeiten sich die Ehrenamtlichen langsam durch unzählige Ordner, durch Bücher und Loseblattsammlungen sowie durch die Diakästen, die Heimatforscher Manfred Resch, Philipp Klein und Friedrich Walter gestiftet haben. Denn Informationen zur Ortsgeschichte sammeln und anschließend wieder schnell finden können, das sind zwei paar Schuhe. Aber wie werden Tausende von Daten schnell und unkompliziert auffindbar?

Da hilft nur die moderne Datenverarbeitung. Seit Jahresanfang arbeitet Matthias Blickle unter Hochdruck an der elektronischen Archivierung der Dudenhöfer Geschichte. Angefangen beim kleinsten Zeitungsartikel bis hin zu den Schuljahrgangsbildern seit 1874 wird jede Information eingelesen und so im Computer sichtbar. Automatisch liest der elektronische Rechner den Text des Belegs und macht ihn über eine Suchfunktion wieder auffindbar. Mit der altdeutschen Schrift hat das Computerprogramm natürlich so seine Probleme. Solche Texte müssen die Mitglieder des Heimatvereins von Hand eintippen - eine Sisyphus-Arbeit, die sich letztendlich lohnt.

Wer will die Ergebnisse der Viehzählung von 1907? Kein Problem: Kurz das Suchwort „Viehzählung“ eingegeben, schon erscheinen die Ergebnisse in tabellarischer Form. Oder Infos zum 30. Geburtstag des Bürgerhauses? In Sekundenschnelle liegen alle Berichte zum Richtfest vor Jahrzehnten vor.

Ein Gigabyte an Daten hat Matthias Blickle aus dem Niederwiesenring schon verarbeitet. Das entspricht etwa einem Ordner im Büro. Alleine Manfred Resch hat dem HGKiD 82 Stück vermacht.

Ohne Hilfe aus der Bevölkerung, wie sie letzten Samstag auch Toni Knopf und Christel Bischoff gaben, gehe die Datensammlung aber nicht, betont Walter Erb. So steht am 12. März und am 9. April wieder die Tür in der Friedberger Straße 30 neben der Ärztlichen Notdienstzentrale offen, um dem Gedächtnis Dudenhofens ein neues Bild zu geben.

Quelle: op-online.de

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