Mitnahmemarkt beim Heimatverein Jügesheim

Museumsräumung: Alles muss raus

Jügesheim - Der Umzug steht bevor und wie in einem Privathaushalt wird der Wechsel in ein neues Quartier genutzt, um sich von manch altem Stück zu trennen. Das geht auch dem Heimatverein Jügesheim nicht anders. Deswegen soll manches Exponat eine neue Heimat finden.

Weil aus Platzmangel im neuen Domizil einiges an Ausstellungsstücken zurückbleiben muss, veranstaltet der Heimatverein Jügesheim einen Mitnahmemarkt am Freitag, 27., und Samstag, 28. April, jeweils von 16 bis 19 Uhr. Nur diese Woche besteht die Möglichkeit, Bücher, alte Küchengeräte und Geschirr bis zu alte Schreib- und Buchungsmaschinen mitzunehmen. Auch Ausstellungsvitrinen müssen raus.

Wie berichtet wird das Museum für Heimat- und Erdgeschichte im Schwesternhaus (Ostring 27) total geräumt und zieht in die sogenannte Heckel-Passage an der Vordergasse 59. Problematisch ist, dass sich die Sammler und Bewahrer verkleinern müssen. Von 230 Quadratmetern Ausstellungsfläche im alten Schwesternhaus auf 120 links und rechts des überdachten Innenhofs an der Vordergasse. Ein alter Puppenwagen, Kaufladen und Puppenstube, zwei lebensgroße Schaufensterpuppen (angezogen wie junge Witwen), aber auch viele Teile aus ehemaligen örtlichen Werkstätten und landwirtschaftliche Geräte sind deswegen abzugeben. Der Heimatverein Jügesheim würde sich freuen, wenn nach diesen beiden Tagen der ehemalige Museumsraum im alten Schwesternhaus geleert und das Spendenglas gut gefüllt wäre.

Der Verein musste wegen der Kündigung durch den Vermieter sein Domizil nach 25 Jahren im alten Schwesternhaus räumen. Mehr als 15 000 Besucher hatten in dem Vierteljahrhundert den Weg in das Gebäude aus dem Jahr 1912 gefunden. Auf die stattliche Zahl der Gäste und viele gut besuchte Veranstaltungen ist der Heimatverein stolz. Allein am 1. Oktober wurden über 150 Gäste an der großen Kaffeetafel bewirtet: mit selbst gebackenen Kuchen und Suppe.

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Auch Schulklassen sind gern gesehene Besucher im Museum. Dem Nachwuchs zu zeigen, wie es in früheren Zeiten in der Lederwarenindustrie zuging, wie gekocht oder gewaschen wurde, wie die „Giesemer Strohplatten“ aussahen oder welche Fossilienfunde etwa am Badesee in Nieder-Roden möglich waren, mache immer wieder Spaß, erzählt Spahn.

Der Verein hatte viel Arbeit und Herzblut ins Museum gesteckt – erfolgreich und ehrenamtlich. Auch in den neuen Räumen wird das nicht anders sein. Ob Putzen, Staubwischen oder die Toiletten reinigen – im Verein packen alle mit an. Schließlich sind alle froh, ein akzeptables Domizil gefunden zu haben: im Ortskern, beheizbar, zwar nicht gänzlich barrierefrei, aber doch fast ebenerdig. Damit die vielen älteren Gäste auch weiterhin kommen können. (siw)

Quelle: op-online.de

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