Heinrich-Böll-Schule

Zeugnisse auch für die Lehrer

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So erleichtert und stolz sehen die aktuellen Schulabgänger aus.

Nieder-Roden - Zum Ende der Schulzeit treffen sich doch stets Freude und Trauer. Dem Abschluss fieberten die Schüler der Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Nieder-Roden zwar gewiss entgegen, doch ihre Schule werden sie sicher trotzdem vermissen.

In den fünf oder sechs Jahren Mittelstufe durchlebt man für gewöhnlich ja auch eine intensive Entwicklungsphase. Nachdem sie nun, nach der akademischen Feier am Vormittag ihre Abschlusszeugnisse erhalten und abends ihren Ball gefeiert haben, sollen die Schüler aber in ihrem weiteren Werdegang zeigen, was sie gelernt haben, hofft Rektorin Andrea Haus.

Lehrerin Nina Weber bedankte sich mit Umarmungen für sehr persönliche Dankesworte.

63,4 Prozent der Schüler aus dem 10. Jahrgang werden nun die gymnasiale Oberstufe besuchen. Insgesamt zehn Schüler wurden bei der akademischen Feier für besondere Leistungen geehrt: Lisa Schwab, Christina Schulte, Beatrice Geinitz, Moritz Adolphsen und Lars Mathes haben in ihren Zeugnissen einen Einserschnitt erreicht. Abends hieß es zurück zu den Wurzeln: Erstmals seit vielen Jahren feierte die HBS wieder in eigenen Räumen. Die Schulabgänger verzichteten darauf, das Bürgerhaus anzumieten und einen professionellen Discjockey zu engagieren. Das Ergebnis: Wie es sich gezeigt hat, kann man ein schönes Fest auch ohne hohe Kosten feiern.

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Mit einem roten Teppich empfingen die Neunt- und Zehntklässler die Gäste in der Schule. Etwa 200 Personen feierten in fast familiärer Atmosphäre. Die Pausenhalle bewies ihre Vielseitigkeit: Zur Zeugnisausgabe war sie voll bestuhlt, für den Abend wurde sie in einen Festsaal mit kleiner Bühne verwandelt. Das große Freigelände hinter der Schule bot Gelegenheit zu ungezwungener Begegnung an Stehtischen mit und ohne Zeltdach. Wie viel die Jahre an der Böll-Schule den Jugendlichen bedeuten, bewiesen sie bei der Würdigung ihrer Klassenlehrer. So erhielt Okan Sönmez ein sehr differenziertes „Lehrerzeugnis“ voller guter und sehr guter Noten. Heike Müller war von der gereimten Laudatio ihrer Schüler so überwältigt, dass sie sich zu einem spontanen Kniefall vor der Klasse hinreißen ließ. Nina Weber bedankte sich mit Umarmungen für sehr persönliche Dankesworte. Kostproben: „Danke, dass Sie mir so viele Chancen gegeben haben.“ - „Danke, dass Sie sich so viel Mühe gegeben haben, meine Schrift zu entziffern.“ - „Ich werde nie die Klassenfahrt vergessen, auf der ich diese Mutprobe machen musste.“

Schulabschlussfeier der Heinrich-Böll-Schule

Schulabschlussfeier der Heinrich-Böll-Schule

Bei vielen Bildern von gemeinsamen Erlebnissen konnten die Schüler, Lehrer und Eltern in Erinnerungen schwelgen. Ein Höhepunkt war der Auftritt einer Lehrerband, die beim Ehemaligenfest zum 40-jährigen Bestehen der HBS ihre Premiere hatte. Hänger taten der guten Stimmung keinen Abbruch. Gitarrist Okan Sönmez: „Wir haben die Stücke nur abgesprochen, nicht geprobt.“

Die Hintergrundmusik für den Rest des Abends hatten die Schüler selbst zusammengestellt. So sparten sie sich die Gage für einen DJ. Die Sparsamkeit folgte keinem äußeren Zwang, sondern der eigenen Einsicht. Die meisten Schulabgänger wünschen sich zwar einen festlichen Raum, wollen aber später noch ohne die Erwachsenen feiern. Die krasse Folge im vergangenen Jahr: Nach dem Bühnenprogramm leerte sich der halbe Saal. Auf einmal saßen nur noch Eltern und Lehrer da. Einhellige Meinung: „Dafür müssen wir nicht das teure Bürgerhaus anmieten.“ Ihre Abschlussfeier organisieren die Abgänger selbst. Erwachsene geben Hilfestellung und passen auf, dass die Jugendlichen alle Vorschriften und Termine einhalten. Für die finanzielle Abwicklung sorgt der Schulförderverein.

Abschlussfeier der Geschwister-Scholl-Schule

Abschlussfeier der Geschwister-Scholl-Schule

sjs/eh

Quelle: op-online.de

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