Helfer von morgen übten

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An der Waldfreizeitanlage in Jügesheim mussten während der Übung Verletzte nach einem fingierten Unfall geborgen werden. Da war Schleppen angesagt.

Rodgau - (pep) Praxiserfahrung und Teamwork standen im Mittelpunkt des 24-Stundentages der Jugendfeuerwehren Jügesheim, Hainhausen und Nieder-Roden. Einen ganzen Tag lang erlebten die Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren die unterschiedlichen Aspekte der Feuerwehr.

Es wurden Einsätze möglichst realistisch geübt und die Fahrzeuge unter die Lupe genommen. Dabei mussten sich die Jugendlichen nicht nur untereinander abstimmen, sondern auch mit anderen Helfern, wie der Jugendgruppe der Johanniter Unfallhilfe oder der Polizei.

Wasser marsch! Ein weiterer Teil der Übung waren natürlich Löscharbeiten.

So etwa bei der Unfallübung an der Waldfreizeitanlage in Jügesheim. Die Jügesheimer Einsatztruppe wurde zu einem Verkehrsunfall gerufen, bei dem ein Auto in eine Gruppe Inline-Skater gefahren ist. Aufgebrachte Angehörige, verunsicherte und desorientierte weglaufende Opfer und andere Schwierigkeiten vor Ort sollten dabei demonstrieren, wie umfangreich und kompliziert die Situationen sein können.
Ein unter dem Auto eingeklemmtes Opfer musste geborgen und zusammen mit den anderen Verletzten versorgt werden. Zeitgleich hielten die Kollegen aus Hainhausen eine Übung ab, zu deren Unterstützung die Jügesheimer Truppe gerufen wurde.

Mit Blick auf die gemeinsame Wache 2011 wurden für die beiden Ortsteile neben den eigenen auch gemeinsame Übungen abgehalten, so auch die große Brandübung am frühen Abend am Rand des Jügesheimer Industriegebiets.

Auch die Fortbildung in Nieder-Roden wurde von den Feuerwehrmännern gut angenommen.

Nacheinander gingen zwei Gartenhütten in Brand auf, zahlreiche Verletzte lagen im Gefahrenbereich und angetrunkene Raufbolde erschwerten die Maßnahmen. Unter den kritischen Augen von Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann demonstrierten die Helfer von Morgen ihre Teamfähigkeit und löschten das Feuer.
Ein großer Dank geht hierbei an die vielen Sponsoren, die diese wichtige Erfahrung für die Jugendabteilungen erst ermöglichten, etwa der Toom Baumarkt, der eine neuwertige Gartenhütte gestiftet hatte.

Auch in Nieder-Roden erlebten die Jugendlichen die unterschiedlichsten Einsätze. Vom Einfangen ausgerissener Schafe über brennende Strohballen, der Beseitigung einer Ölspur, bis hin zu einer Menschenrettung mit der Drehleiter war alles dabei.

Haupteinsatzgebiet ist zuerst der eigene Kreis

Zusätzlich zum 24-Stunden-Tag konnten sich die Führungskräfte der Rodgauer Wehren auf einem ihrer Weiterbildungsveranstaltungen auf der Nieder-Röder Wache das Schadstoff-Messfahrzeug aus Ober-Roden genauer anschauen. Franz Keck ist Mitglied der Messgruppe dieses Spezialfahrzeugs, das eines von wenigen in kommunaler Hand ist. Das ursprünglich erwartete Fahrzeug aus Offenbach Bieber ist derzeit stillgelegt.

Die Aufgabe solcher Messfahrzeuge ist es, Schadstoffe nachzuweisen, die etwa durch einen Brand giftiger Stoffe in die Luft geraten können. Diese Auswertungen bilden die Grundlage für eine Gefährdungsabschätzung, die gegebenenfalls zu einer Evakuierung führen kann, falls Gefahr für die Bevölkerung besteht.

Erkannt werden sowohl atomare Bedrohungen, wie auch chemische Schadstoffe. Auch bei biologischen - also virulenten und bakteriellen - Verseuchungen wird das Messteam aktiv und nimmt Proben. Das Haupteinsatzgebiet ist zuerst der eigene Kreis. Aber auch Einsätze in ganz Südhessen oder sogar im Ausland sind denkbar, denn Schadstoffwolken halten sich nicht an Ländergrenzen, so Keck. Im Inneren der Wache wurde nach einer theoretischen Lerneinheit die Notdekontamination praktisch gezeigt. Dabei ist die schwierige Aufgabe, schnellstmöglich Feuerwehrleute und andere Opfer aus dem Gefahrenbereich zu schaffen um sie medizinisch zu versorgen, ohne die Giftstoffe zu verbreiten.

Bis auf Gase sind diese Schadstoffe meistens an einen Ort gebunden und können so eingegrenzt werden. An dem Lehrgang, den die Feuerwehrmänner zusätzlich zu ihren anderen Kursen belegen müssen, nahmen auch drei Fachkräfte von auswärts teil. Ziel der Lehrgänge ist ein einheitlicher Ausbildungsstandard in Rodgau.

Im Rahmen der wachsenden Bedeutung von Hygiene ist es für freiwilligen Helfer immer noch ein Ärgernis, dass ihnen die notwendige Hepatitis-Impfung nicht von der Stadt bezahlt wird.

Quelle: op-online.de

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