Beerdigung des „Helldogs“-Chefs wird zum Stelldichein der Motorrad-Szene

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Die Hells Angels trauern um Gerhard Witzani.

Dudenhofen (lö) - Mehrere hundert Rocker und Motorradfreunde, aber auch etliche Rodgauer Bürger geleiteten am Samstag den Chef der Rockergruppe „Helldogs“, Gerhard Witzani zu Grabe. Witzani war vorigen Montag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 51 Jahren gestorben.

Ausnahmezustand herrschte nicht nur rund um den Dudenhöfer Friedhof. Unzählige schwere Maschinen hatten den Leichenwagen des Bestattungsunternehmens Glock aus Mühlheim über die B 45 nach Rodgau begleitet, sogar der Verkehrsfunk wies auf den Konvoi hin. Die Teilnehmer der Beerdigung kamen fast aus ganz Deutschland, einige Rocker waren sogar aus Ungarn angereist. Trotz martialischer Kutten und jeder Menge schwarzem Leder oder AC/DC-Musik wie „Highway to Hell“ ging das samstägliche Treiben auf dem Dudenhöfer Friedhof seinen normalen Gang: Ein paar Meter neben den harten Jungs pflegten ältere Herrschaften die Gräber ihrer Angehörigen.

Die städtischen Ordnungspolizisten lobten ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit den Ordnern des Motorradclubs, außer dem zugeparkten Radweg an der Nieuwpoorter Straße gab‘s nichts zu bemängeln. Die Landespolizei hielt sich diskret im Hintergrund, lediglich am Bürgerhaus standen fünf Mannschaftswagen in Bereitschaft. Die überwiegend Rodgauer „Helldogs“ waren 1999 in den „Hells Angels“ aufgegangen. Gegen die weltweit operierende Rockergruppe wird immer wieder wegen Drogenhandels, Schutzgelderpressung und Prostitution ermittelt. Im Zuge hessenweiter Ermittlungen durchsuchte die Polizei im Winter auch das „Outland“ in Dudenhofen. Dort endete die Beerdigung am Samstagmittag wie sie begonnen hatte - friedlich.

Quelle: op-online.de

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