Helmut Winter aus Jügesheim

Altdeutsche Tauben sind sein Leben

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Seit seinem 16. Lebensjahr ist Helmut Winter Mitglied im bundesweit aktiven Sonderverein der Züchter Altdeutscher Kröpfer. Der 86-Jährige gilt als Spezialist unter den Spezialisten. Die Altdeutschen Kröpfer sind ohnehin ein Sondergebiet der Taubenzucht. Winter hat sich noch weiter spezialisiert und züchtet seltene Farbenschläge.

Rodgau - Ein seltenes Jubiläum feiert der Jügesheimer Taubenzüchter Helmut Winter. Seit 70 Jahren ist er Mitglied im Sonderverein der Züchter Altdeutscher Kröpfer.

In Fachkreisen gilt Winter als Wegbereiter für diese sehr spezielle Rasse. Tatsächlich hat der heute 86-Jährige die Altdeutschen Kröpfer von Jügesheim aus fast in der ganzen Welt bekannt gemacht. Seine Tiere bilden die Grundlage für Nachzüchtungen in den USA, China Saudi-Arabien, Griechenland und Ungarn. Noch rege erinnert sich Winter an die schönen und aufregenden Zeiten, als er zusammen mit seiner Frau die Tiere in speziellen Frachtbehältern reisefertig machte.

Zuhause an der Wasserfallstraße nimmt der Zuchtbetrieb inzwischen aber immer mehr ab. Des Alters wegen. Und weil an den Tauben nicht mehr so großes Interesse besteht wie noch vor einigen Jahren. Früher gurrten in den Taubenschlägen 120 Tiere, jetzt sind es maximal 35. „Und ich muss noch weiter reduzieren“, bedauert der Senior. Derzeit erfreut sich Winter allerdings wieder an zwei Jungen in den von ihm so geliebten Sonderfarben rot-gehämmert und rot-gelercht. Das Exquisite: Die Federn der Vögel haben feine weiße Ränder.

Winter ist der Spezialist unter den Spezialisten. Die Altdeutschen Kröpfer gelten ohnehin als ein Sondergebiet der Geflügelzucht. Winter hat sich noch weiter spezialisiert und züchtet die seltenen Farbenschläge.

Das brennende Interesse an den Tauben wurde ihm in die Wiege gelegt. Auch Vater Johann Winter war begeisterter Züchter. Schon als 16-Jähriger ging Helmut Winter das Hobby systematisch und fast professionell an. Er lernte einen Apotheker und Taubenzüchter in Steinheim kennen, der den Sonderverein nach dem Krieg dort wiederbelebte. Der Mann nahm den Jungen mit nach Frankfurt ins Hotel „Zum Krokodil“ zur Hauptversammlung des Vereins. „Dort saß ich dann als Bub unter lauter Großkopferten Fabrikanten, Ärzten und Apothekern.“

Wie aus dem Garten ein Zuhause für Vögel wird

Die Begeisterung ließ den jungen Mann nicht mehr los. Bei Wind und Wetter radelte er von Jügesheim nach Steinheim, um sich im Verein nützlich zu machen. Fünf Jahre später wählte die Gemeinschaft ihn zum Schriftführer, später zum Vorsitzenden und im Alter zum Ehrenvorsitzenden.

Aktiv war der anerkannte Taubenexperte aber auch in der Jügesheimer Vereinswelt. 1958 begründete er die Interessengemeinschaft der Jügesheimer Vereine mit. Verdient machte er sich auch um die Organisation der inzwischen eingeschlafene Giesemer Kerb. Unschätzbar ist sein Engagement für den Geflügelzuchtverein Jügesheim, dessen Vorsitz er von 1976 bis 2000 führte. 800 Arbeitsstunden investierte er 1993 bis 1995 in Planung und Bau der Gemeinschaftszuchtanlage am Nehlsee.

Mehrfach hat sein Wirken äußere Anerkennung gefunden. Helmut Winter ist stolzer Träger sämtlicher Ehrennadeln, die der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter und der Verband Deutscher Taubenzüchter vergeben. Bei Zuchtscheuen sicherte er sich reihenweise Preise. Zahlreiche Siegermedaillen und -bänder nennt er sein Eigen. Er trägt den Titel Meister der Rassegeflügelzucht im Verband Hessen-Nassau und Meister der deutschen Rassetaubenzucht. „Die Tauben sind halt mein Leben“, sagt Helmut Winter zufrieden. (bp)

Quelle: op-online.de

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