Dem Herbstblues davongerannt

Was vor Flammen schützt, bringt auch Spenden: Das Team der Feuerwehr Rodgau Süd absolvierte die 24 Stunden in voller Montur. Fotos: Löw

Trotz Regen und Herbsttemperaturen bringt der 24-Stunden-Lauf fast 97 000 Euro an Spenden für die Behindertenarbeit. Die Veranstalter wollen das Konzept überarbeiten. VON MICHAEL LÖW

Dudenhofen – „Wir hören nicht auf!“ Mit vier Worten machte Christian Goldmann, Vorsitzender des Vereins Gemeinsam mit Behinderten, gestern Mittag allem Gerede ein Ende, der 38. 24-Stunden-Lauf sei der letzte gewesen. Natürlich: Die Teilnehmer- und damit die Zuschauerzahl sinkt, der Umsatz ging am Wochenende auch wetterbedingt zurück, die Kosten bleiben. Aber am Ende standen immer noch 96 800 Euro Spenden (2018: 116 000 Euro) und das obligate Gänsehautgefühl bei Sportlern, Zuschauern und Helfern während der Ehrenrunde.

Christian Goldmann und Lothar Mark, der Vorsitzende der Stiftung Gemeinsam mit Behinderten, kündigten jedoch an, bis zum 40. Benefizlauf das Konzept zu überarbeiten.

JSK-Tänzerin Nina Zoranovic und Stadtwerke-Chef Markus Ebel-Waldmann hatten am Samstag Punkt 12 Uhr 25 Mannschaften und acht Einzelläufer auf die Bahn des Sportzentrums Dudenhofen geschickt. Ein Hingucker waren die Jungs von „Pride of Southside“. Die Feuerwehrmänner aus Nieder-Roden und Dudenhofen trabten im zehn Kilo schweren Schutzanzug. Sponsoren konnten Runden mit Helm oder gar mit Atemluftflasche „hinzubuchen“. Das passierte laut Teamchef Alex Resch rund 25 Mal und beförderte den „Stolz des Südens“ auf der Spendenliste weit nach vorn.

Diese Wertung gewann das „Dream Team“ des Rotary-Clubs (vorläufiger Stand: 18 800 Euro) mit großem Abstand vor der Vermögensverwaltung Gebser & Partner (2 300 Euro).

Für die Rotarier war"s ein Lauf mit besonderen Emotionen. Ihr langjähriger Teamchef Jürgen Hagenlocher starb vor wenigen Wochen bei einem Bootsunfall in Spanien. „Für immer ein Freund“ würdigten sie ihn auf ihren T-Shirts. Und Udo Schimmel gestand, dass manche Läufer der Nachtschicht einen dicken Kloß im Hals hatten, weil sie mit Jürgen Hagenlocher auch etliche Triathlons absolviert hatten.

Von den Spenden dieses Jahres will der Verein Gemeinsam mit Behinderten einen Transporter kaufen, der groß genug für Rollstuhlfahrer ist. Bisher haben die 24-Stunden-Läufe rund 3,2 Millionen Euro gebracht. Davon wurde unter anderem das Haus Emmanuel mit 18 Appartements im Zentrum von Jügesheim (2,5 Millionen Euro), zahlreiche Freizeiten und die übers ganze Jahr geleistete Behindertenarbeit finanziert. Der weit und breit größte Benefizlauf macht den Verein unabhängig von öffentlichen Fördermitteln.

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Quelle: op-online.de

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