40.000 junge Eichen gepflanzt

Hülsen schützen Mini-Bäume

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Die kleinen Bäume stehen in Reihen, die einen Abstand von 2,50 Meter haben. Innerhalb der Reihen beträgt der Pflanzabstand einen Meter. Revierförster Peter Bangert (links) und Forstamtsleiter Christian Münch sind zufrieden mit dem Wachstum. Geschützt von Hülsen, sind mache Bäumchen schon 1,80 Meter hoch.

Rodgau - Der Stadtwald macht dem Forstamt Langen zusehends Freude. Nicht nur, dass die Einnahmen aus dem Holzverkauf steigen. Auch diverse Verjüngungsmaßnahmen machen Mut. Allein im April/Mai 2013 waren 6 000 kleine Bäume gepflanzt worden. Die Kulturen sind gut angewachsen.

Es gibt kaum Ausfälle. Fast 40.000 Eichen-Sprösslinge kommen jetzt hinzu. Die Erfolge sind zum Beispiel in Rollwald gut zu sehen. Dort waren auf 7 000 Quadratmetern nahe dem Waldrand unweit des Katharinenhofs ab 2011 in mehreren Etappen 1 300 kleine Douglasien, Buchen und Eichen gepflanzt worden. Kosten: 5 000 Euro. Manche Douglasien sind jetzt schon 1,80 Meter hoch. „Und das nach nur drei Jahren“, ist Forstamtsleiter Christian Münch sehr zufrieden.

Auf der nachgeforsteten Pflanzfläche standen einst Fichten. „Die sind aber ursprünglich ein Baum fürs Gebirge, wo es viele Niederschläge gibt. Die gehören eigentlich nicht hier her“, erläutert Revierförster Peter Bangert. Die Fichten leiden in Rollwald unter Wassermangel. Viele der Flachwurzler gehen ein. Hessen-Forst füllt die Lücken mit Setzlingen von Douglasien, gemischt mit Laubgehölzen wie Buche und Eiche. „Unser Ziel ist ein stabiler Mischwald mit 50 Prozent Laubholzanteil“, berichtet Münch.

Leibnizschüler forsten den Wald auf

Wuchshüllen aus einem Biokunststoff schützen die zarten Bäumchen. Das ist schon die dritte Generation solcher Aufzuchtröhren, die das Forstamt verwendet. Frühere hatten den Nachteil, nicht zu verrotten. Das aktuelle Produkt jedoch zerfällt durch Einwirkung von UV-Licht binnen etwa acht Jahren. Das reicht für zwei Pflanzzyklen.

Traditionell schützen Zäune die Setzlinge gegen Wildverbiss. Dieses Gatter mitten in der nachgepflanzten Fläche lässt Rückschlüsse zu, wie groß der Hunger der Rehe außerhalb des umzäunten Bereichs ist. Forstleute sprechen hier von der „Verbissrate“.

Die Röhren erzeugen um die Jungpflanzen herum einen angenehmen Gewächshauseffekt: genug Licht, genug Feuchtigkeit und Wärme, Schutz vor Wasserverlust. Ventilationslöcher verschaffen ausreichend Frischluft. Vor allem aber schützen die Hülsen vor Wildverbiss. Rehe etwa knabbern nur zu gern an den zarten Trieben. Auch Konkurrenzpflanzen wie die Brombeere können die Setzlinge nicht überwuchern, so lange die Röhren diese umschließen. „Und wir müssen das Wild nicht mit einem Zaun aussperren und halten damit eine Äsungsfläche frei“, nennt der Forstamts-Chef einen weiteren Vorteil der Hülsen.

Dieses Jahr hat Hessen-Forst im Stadtwald ebenfalls viel vor. Rund 40.000 Eichen sollen in der Nieder-Röder Lache nachgepflanzt werden - für fast jeden Rodgauer Bürger ein Bäumchen. Seit Jahren wirft der Stadtwald Gewinne ab. Das geht aus dem städtischen Waldwirtschaftsplan hervor. 2013 war mit einem Plus von 76.000 Euro gerechnet worden. Bis September vergangenen Jahres lag der Überschuss aber schon bei 168.000 Euro. 2012 hatte der Überschuss bei 128.000 Euro gelegen.

Historische Holzversteigerung in Rodgau

Historische Holzversteigerung

Dieses Jahr sollen rund 13.600 Festmeter Holz eingeschlagen werden - überwiegend Kiefer. Das ergäbe dann einen Verkaufserlös von 524.000 Euro. Die starke Nachfrage nach Brennholz befeuert die Umsätze. Das Jahresergebnis 2014 könnte also noch besser ausfallen als jenes von 2013.

bp

Quelle: op-online.de

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