Luftsprünge auf dem Kurs

Hessencup der Modellautos auf dem „Rodgaudrom“

+
Von erhöhter Position aus überblickten die Piloten die gesamte Strecke - die Fernsteuerung immer in der Hand. - Fotos:

Dudenhofen - Während im britischen Silverstone die Formel-1-Boliden um die Weltmeisterschaft fuhren, stand auch Dudenhofen ganz im Zeichen des Motorsports. Auf dem „Rodgaudrom“ wurde um den Hessencup und damit auch um den Einzug in die Deutsche Meisterschaft gefahren.

Der einzige, wenn auch wesentliche Unterschied zu Sebastian Vettel & Co. waren die Autos auf dem Kurs: Es handelte sich um Modellautos.

Das änderte aber nichts an den Begleitumständen. Bei einem Gang durch das Fahrerlager waren konzentrierte Mechaniker bei der Arbeit zu beobachten. Einer überprüfte die Stoßdämpfer, der nächste ließ den kleinen Zweitaktmotor in den höchsten Drehzahlen jubeln.

Modellauto Hessencup beim Racing-Club

90 Starter in drei Klassen traten beim Lauf des 29. Hessencups auf dem Gelände des Racing-Clubs Rodgau an. Bei den Modellautorennen wird dabei zwischen Hobby- und Expertklasse unterschieden.

Zum Video

Der Racing-Club Rodgau hatte mit seinen 75 Mitgliedern wieder alle Hebel in Bewegung gesetzt, gute Bedingungen für die Rennen zu schaffen. Selbst starker Regen konnte die rund 25 Helfer nicht aus der Ruhe bringen. Zwar verschob sich der Start auf den Mittag und einige Trainings- und Vorläufe mussten ausfallen, aber mit vereinten Kräften und viel Sägemehl versetzten sie die 240 Meter lange Rennstrecke wieder in einen guten Zustand.

Der Kurs hatte es in sich. Unterschiedliche Beläge, teilweise Lehmboden, teilweise Kunstrasen und dazwischen eine Tartanlaufbahn stellten große Anforderungen an das fahrerische Können der Piloten. Diese standen auf einem erhöhten Podest, von dem sie die ganze Strecke übersehen konnten, um ihre Fahrzeuge fern zu steuern.

Zwischen 600 und 1000 Euro

Das nennt man Tempo: Viele Rennwagen hoben auf dem Kurs ab wie auf einer Sprungschanze.

„Zwischen 600 und 1000 Euro kosten die Wagen im Schnitt“, erklärte Holger Schramm, Vorsitzender des Rodgauer Racing-Clubs. Natürlich gebe es auch einige, die mehr Geld für dieses Hobby ausgegeben. So seien Motoren schon für rund 100 Euro erhältlich, aber auch für 1 000 Euro. Um die Materialschlacht einzudämmen, gibt es Auflagen vom ausrichtenden Verband des Hessen-Cups und der Deutschen Meisterschaft, dem Deutschen Minicar-Club (DMC). So darf nur eine bestimmte Reifensorte verwendet werden, die es während des Cups zu kaufen gibt. Maximal zwei Sätze erhält jeder. Gestartet wird in mehreren Klassen, neben den kleinen Verbrennungsmotoren auch mit elektrisch betriebenen Miniboliden. „Die Elektrofahrzeuge kommen immer mehr, aber noch bilden die Verbrennungsmotoren den Löwenanteil“, sagte Schramm. Das liegt auch daran, dass die Akkus und Motoren der Elektroautos erst in jüngster Vergangenheit leistungsfähiger geworden sind.

100 Fahrer kamen mit ihren kleinen Boliden aus Hessen, dem Saarland und Bayern zum Rodgaudrom. In jedem Lauf kamen die vier Schnellsten weiter, bis am Ende jeweils zwölf in jeder Klasse um den Gesamtsieg kämpften. Von den neun Läufen zum Hessen-Cup werden die sieben besten gewertet. Die 23 Bestplatzierten dürfen dann zur Deutschen Meisterschaft.

khn

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare