Hessische Mundart statt steifer Feier

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Willi Winter, Hildegard Trageser, die seit 25 Jahren ihren Ehemann Helmut mit dem Verein teilen muss.

Weiskirchen (chz) ‐ „25 Jahre ist ja noch nicht alt – wir leben fast alle noch, und sollen wir uns jetzt etwa alle gegenseitig ehren? Wir wollen lieber gemeinsam feiern!“ Mit dieser vergnüglichen Einsicht begründete Helmut Trageser, der langjährige Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Weiskirchen, den „Hessenabend“ anstelle einer akademischen Feier seines Vereins.

Seinen 25. Geburtstag hat der Verein bereits mit einer großen Jubiläumsausstellung im Heimatmuseum an der Bahnhofstraße gewürdigt. Nun sollte einfach gefeiert werden, was ausgesprochen gut ankam.

Das Bürgerhaus Weiskirchen war voll besetzt. In gefälligen Trachten sorgten die Damen des Vereins in der Küche für hessische Spezialitäten, während die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weiskirchen als dienstbare Geister mit Bembeln und Gerippten durch den Saal eilten, um alle durstigen Kehlen zufrieden zu stellen. Denn was wäre ein Hessenabend ohne Hessens Nationalgetränk?

Unzertrennlich: Hessische Mundart und TV-Stimmungsmacher Hans Otto Vetter - und natürlich stets dabei: die Frau Rauscher aus der Klappergass’, sichtlich gezeichnet mit der berühmten „Beul am Ei“.

Gerafft und komprimiert hielt Helmut Trageser die Zeitreise zurück in das Gründungsjahr 1985. Er dankte jenen 18 Gründungsmitglieder, die am 13. März im Kolleg des alten „Darmstädter Hofs“ den Verein aus der Taufe gehoben hatten. Zehn Jahre später konnten sie ihr Heimatmuseum einweihen, das großteils in Eigenleistung entstanden war. Der besondere Dank des Vorsitzenden galt Liesel Schmunck, Hilde Winter und Renate Wolf, die von Anfang an dabei sind und von der Küche bis zum Vorstand überall mitarbeiten. Willi Winter bezog auch Hildegard Trageser in diesen Dank mit ein.

Inzwischen sind daraus 140 Mitglieder geworden, die ebenso wie Vertreter der Stadt, wie Weggefährten und wie Mitglieder befreundeter Heimat- und Geschichtsvereine einen rundherum heiteren Abend genossen. Genug zu lachen gab es über Hans Otto Vetter, den Vorzeige-Hessen, der wie im Fernsehen auch im Bürgerhaus Weiskirchen die Gäste rasch für sich gewann und für viel schallendes Gelächter mit seinen urhessischen Geschichten und Liedern sorgte.

Mit dabei, wie könnte es anders sein, war natürlich auch „die Fraa Rauscher aus de Klappergass“, und sie hatte eine beträchtliche „Beul‘ am Ei“ wie jeder unschwer erkennen konnte. Gemeinsam mit Diplomkapellmeister Winfried Siegler am Piano, Stefan Winter am Schlagzeug, Prof. Dr. Thomas Becker am Kontrabass und Helmut Baum an Akkordeon und Saxofon brachten sie den Saal nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Schunkeln und zum Mitsingen.

Damit auch wirklich alles verstanden wurde, was da gesungen und gebabbelt wurde, sorgte Hans Otto Vetter mit seinem Schnellkurs „Hessisch für Anfänger“ für Erleuchtung - vom Babba bis zum Hannebambel wurde Eingeplackten einiges klarer, aber alles denn wohl doch nicht - was nichts daran änderte, dass der Hessenabend ein wunderbarer Ersatz für eine akademische Feier war.

Quelle: op-online.de

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