Heute Sprengung der Sendemasten

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Nach 30 Metern war für die meisten Schluss.

Weiskirchen (bp) - Nicht nur Rodgauer kennen die beiden Sendemasten des Hessischen Rundfunks (hr) im Weiskircher Feld unweit der Fegro. Auch Autofahrern auf der A3 stechen die 126,5 Meter hohen Türme täglich ins Auge.

Dieser markante Anblick ist ab heute, 13 Uhr, Vergangenheit. Die Türme werden umgelegt. Sprengladungen werden die Spannseile der Stahlkonstruktionen durchtrennen. Danach kippen die beiden Sendemasten langsam zur Seite ins Feld. Die Polizei sperrt den Bereich weiträumig ab. Bereits ab 11 Uhr „geht dort nichts mehr“, kündigt der hr-Abteilungsleiter Horst Hölzel an.

Die Bilder zur Sprengung

Sendemasten in Weiskirchen gesprengt

Hoch hinaus ging's für die Feuerwehr bei der besonderen Übung.

Vergangene Woche haben 33 Einsatzkräfte aus allen drei Rodgauer Feuerwehrstandorten die einmalige und letzte Gelegenheit genutzt, an den Türmen das Klettern zu üben. Sowohl ausgebildete als auch nicht ausgebildete Feuerwehrleute stiegen in die Höhe. Solche Übungen sind zeitintensiv und auch belastend, so dass bereits bei 30 Meter Höhe der Rückzug erfolgte, damit jeder mal an die Reihe kam. Erfreulicherweise stellten die Mitarbeiter des hr einen Kletterschlitten zur Verfügung. Damit konnte dann doch der ein oder andere die Gesamthöhe von 126,5 Meter an der innenliegenden Treppe erreichen. Die Übung fand bei allen Beteiligten große Resonanz. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Michael Gröschl hatte diese organisiert und begleitet. Ein kleines Team der Feuerwehr wird heute vor Ort sein, wenn die Mittelwellensendemasten zu Boden fallen.

Mittelwellensender gelten als Stromfresser

Der Rundfunksender war schon seit Anfang 2011 außer Betrieb. Der hr sendet nicht mehr auf der Mittelwelle. Das ist Teil eines Sparprogramms, das die laufenden Kosten um 64 Millionen Euro senken soll. Und Mittelwellensender gelten als Stromfresser. Von Weiskirchen wurden bisher unter anderem Bundestags- und Landtagsdebatten im Programm „hr-info“ ausgestrahlt. Die Antennenmasten wurden 1966 errichtet und gingen ein Jahr später in Betrieb.

Gemeinsam mit einem Sender auf dem Hohen Meißner in Nordhessen versorgte der Weiskircher Sender ganz Hessen mit Rundfunkprogrammen auf der Frequenz 594 Kilohertz. Die große Reichweite diente auch dazu, Einwohner der DDR mit Westrundfunk zu versorgen. Bis zur Wende 1989 strahlten beide Sender nachts das Programm vorwiegend nach Osten aus.

Quelle: op-online.de

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