Hier nagt der Zahn der Zeit

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Lärmschutz am Weißdornweg/Rodgau-Ringstraße: Ersatz für kaputte Lärmschutzwand, die derzeit abgestützt werden muss: 50000 Euro.

Rodgau - (eh) Bei Regenwetter stehen Wassereimer auf den Rathausfluren - drei Stück allein vor den Fraktionsbüros. Denn die schrägen Dachfenster sind nicht mehr ganz dicht. Große Wasserflecken auf dem Teppichboden erzählen davon, dass nicht immer jemand im Haus ist, um rechtzeitig Eimer aufzustellen.

Der Dachschaden im Rathaus ist nicht der einzige Punkt, an dem bei städtischen Immobilien Sanierungsbedarf herrscht. Kaputte Dächer, undichte Fenster und schlecht gedämmte Fassaden sind in Kindergärten, Bürgerhäusern und Sporthallen an der Tagesordnung. Wegen der angespannten Finanzlage wurden viele notwendige Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren entweder aus dem Haushaltsplanentwurf gestrichen oder vom Bauamt erst gar nicht angemeldet, weil sie sowieso keine Aussicht auf Genehmigung hatten.

Altenwohnheim Jügesheim: Rest Fassade dämmen: 80500 Euro; Heizung erneuern: 46000 Euro.

Manche Dinge fallen auch dem Laien ins Auge. Dazu zählt die halb fertige Wärmedämmung am Altenwohnheim Jügesheim. Die Nordwand ist schon mit Dämmstoffen dick eingepackt, nach Osten hin kann die Wärme weiterhin entweichen.

Kindertagesstätte Freiherr-vom-Stein-Straße: Dachausbau für Kleinkindgruppe: 366850 Euro; Fenster erneuern: 51750 Euro; Fassade dämmen: 46000 Euro.

Ein anderes Beispiel für auffälligen Sanierungsbedarf ist die altersschwache Lärmschutzwand zwischen dem Weißdornweg und der Rodgau-Ringstraße in Nieder-Roden. Die mit Mineralwolle gefüllte Bretterwand ist so marode, dass sie provisorisch mit Holzpfosten gestützt werden muss.

Sporthalle Nieder-Roden: Dach erneuern und dämmen: 529000 Euro; Heizung erneuern: 97750 Euro; Fassade dämmen: 172500 Euro.

Einen Überblick über den Sanierungsstau bietet die Projektliste zum „Konjunkturpaket II“, die das Stadtparlament vor den Osterferien einstimmig beschlossen hat. Für den Fall, dass die Aufträge für das Feuerwehrhaus Süd am Festplatz Nieder-Roden nicht rechtzeitig vor dem Jahresende erteilt werden können, hat die Stadt eine Liste mit 23 Einzelprojekten beschlossen. In den meisten Fällen geht es um Bausanierung oder effiziente Nutzung von Energie.

Bürgerhaus Weiskirchen: flachdach erneuern und dämmen: 80500 Euro; Fenster erneuern: 94900 Euro; Rest Dach dämmen: 28750 Euro.

Der dickste Brocken entfällt auf die Sporthalle Wiesbadener Straße in Nieder-Roden: Ein neues Flachdach, eine neue Heizung und eine gut gedämmte Fassade schlagen mit rund 800 000 Euro zu Buche. Eine Solaranlage für 400 000 Euro soll den Energieverbrauch der Halle weiter senken.

Alte apotheke Jügesheim: Dach erneuern und dämmen: 74750 Euro.

Eine Dachsanierung ist auch am Jugendhaus Dudenhofen, am alten Rathaus Hainhausen, an der Alten Apotheke sowie an den Bürgerhäusern Nieder-Roden und Weiskirchen notwendig. Allein am Bürgerhaus Nieder-Roden mit Kindergarten rechnet die Stadt mit Kosten von rund 400 000 Euro.

Energie sparen will die Stadt auch bei der Straßenbeleuchtung. 1 580 Straßenlaternen enthalten noch alte Quecksilberdampflampen, die ab 2015 verboten sind. Ihr Austausch gegen moderne Energiesparleuchten soll 948 000 Euro kosten.

Quelle: op-online.de

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