Hilfe bei Augenleiden

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Gaida Optik aus Bieber zeigte spezielle Lesegeräte.

Rodgau (bp) - Tunnelblick, unscharfes Sehen, Degeneration der Netzhaut: Zehntausende Bundesbürger leiden an Augenkrankheiten.

Um Menschen mit Sehbehinderungen kümmert sich unter anderem die Ortsgruppe Rodgau des Regionalverbands Offenbach Stadt und Kreis des Pro Retina Deutschland e. V. Gestern machte die Ortsgruppe mit einem Informationstag vor dem Rathaus auf ihr 25-jähriges Bestehen aufmerksam.

Helga Johannes (rechts) und ihre Tochter überreichten Bürgermeister Jürgen Hoffmann ein Präsent.

Unterstützt von der Diabetiker Selbsthilfegruppe, dem DRK Dudenhofen und der Bürgerhilfe trotzten Teilnehmer und Besucher tapfer den herbstlichen Temperaturen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann machte bei ungastlichem Wetter seinem Namen als Schirmherr alle Ehre. Augenleiden müssten „aus der Tabuzone herausgeholt werden“, lobte der Verwaltungschef die Arbeit von Pro Retina e.V. und überreichte der Ortsgruppenleiterin Helga Johannes einen Scheck der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Als Dankeschön erhielt Hoffmann vom Veranstalter eine Flasche Sekt und das Buch mit dem Titel „Bevor es dunkel wird“. Darin schildert ein Journalist aus Schweden, wie er langsam die Sehkraft einbüßte.

Anton Fröhlich

Die Gaida Optik GmbH aus Offenbach-Bieber war beim Info-Tag als Spezialist für die Versorgung sehbehinderter Menschen mit Hilfsmitteln vertreten. Unter anderem führte Geschäftsführer Wolfgang Gaida ein spezielles Bildschirmlesegerät vor, das Texte optisch vergrößert.
Über die Arbeit von Pro Retina e.V. sprachen wir am Rand der Veranstaltung mit dem Regionalleiter Anton Fröhlich aus Offenbach.

Was hat sich in den letzten 25 Jahren bei Ihnen getan?

Wir haben eine Menge Mitglieder bekommen und sind durch unsere Arbeit - wie die Selbshilfgruppentage - relativ bekannt geworden. Wir haben im Kreis Offenbach 85 Mitglieder und arbeiten gut mit dem Blindenbund zusammen.

Ist es schwerer geworden, auf Vorstandsebene Mitstreiter zu finden?

Nein. Wir haben einen festen Stamm von zehn, zwölf Mitarbeitern.

Werden Augenkrankheiten zu leicht genommen?

Ja, leider. Vorwiegend Menschen, die zwar eine Netzhautdegeneration haben, aber noch einigermaßen zurecht kommen, machen sich zu wenig Gedanken.

Sehbehinderungen wirken sich psychisch sicher sehr stark aus. Wie sehr leiden die Betroffenen?

Das kommt auf die Schwere der Erkrankung an. Manche kommen gut zurecht, andere nicht. Ein großes Thema ist die Angst vor dem Verlust an Mobilität. Die erste Frage an uns ist immer: „Wie lange kann ich noch Autofahren?“ Natürlich leiden manche auch unter Depressionen.

Wie hilft Ihre Vereinigung in solchen Fällen?

Wir vermitteln Hilfsmittel wie zum Beispiel sprechende Uhren oder Lesegeräte. Außerdem knüpfen wir Kontakte zu Mobilitätstrainern und bieten ausführliche Beratungsgespräche an.

Quelle: op-online.de

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