Beratungszentrum Ost feiert zehnjähriges Bestehen

Hilfe aus der Lebenskrise

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Sybille Schilling (links), Leiterin der Beratungsstelle, dankt ihrem überwiegend weiblichem Team mit Blümchen.

Nieder-Roden - Seit zehn Jahren beraten Spezialisten in Rodgau unter einem Dach: Ratsuchende bekommen kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch auch anonym Hilfe bei Erziehungsfragen, Lebenskrisen, Schulden, Suchtproblemen und weiteren Themen.

Etwa 10.300 Erstgespräche wurden seit 2007 geführt. Den runden Geburtstag feierten Mitarbeiter und Gäste im Bürgerhaus Nieder-Roden. Das Beratungszentrum Ost ist für Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen, Rödermark und Rodgau zuständig und hat seinen Sitz am Puiseauxplatz in Nieder-Roden. Träger ist der Caritasverband Offenbach, der für die Erziehungsberatung verantwortlich ist. Schuldner- und Insolvenzberatung übernimmt die Diakonie, das Suchthilfezentrum Wildhof wiederum die Unterstützung bei Drogen- und Alkoholproblemen.

„Menschen helfen und stärken“ hat sich das Beratungsstellen-Team auf die Fahne geschrieben. Gemeinsam wird nach praktikablen Lösungen für Probleme gesucht. Die Klienten werden dann auf ihrem Weg zu Veränderungen begleitet und unterstützt. Das entlastet die Betroffenen, die allein oft nicht mehr weiterwissen. Die jährlichen Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro für alle drei Beratungsstellen trägt der Kreis. Carsten Müller (SPD), Sozialdezernent des Kreises, hält die Summe für „gut angelegtes Geld, weil wir damit Familien und ganz besonders Kinder stärken und somit in die eigentliche Zukunft unseres Kreises investieren.“ Gerade weil Ratsuchende oftmals mit mehreren Problemen zu kämpfen hätten, erweise sich der Entschluss, die Hilfsangebote an einer zentralen Stelle im Ostkreis zu bündeln, im Nachhinein „als wegweisend und goldrichtig“, sagte Müller in seinem Grußwort.

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Allein im vergangenen Jahr haben 814 Menschen die Räume der Beratungsstelle mit ihren insgesamt 18 Fachkräften erstmals aufgesucht. 438 Familien haben eine Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche in Anspruch genommen. Auf die Schuldner- und Insolvenzberatung entfielen 324 Fälle und 52 neue Klienten suchten die Suchtberatung auf. Die Wartezeit bis zum Erstgespräch betrug bei etwa 82 Prozent der Klienten maximal vier Wochen. In Krisenfällen aber klappt es deutlich schneller, ein Gespräch zu führen.

Die Zahl der Beratungen war zuletzt etwas rückläufig: 2014 waren es noch 895, im Jahr 2010 sogar noch 1 125 Ratsuchende. Müller erklärte den Rückgang damit, dass es mit der Wirtschaft im Kreis kontinuierlich aufwärtsgehe. „Der Beratungsbedarf wächst, je angespannter die wirtschaftliche Lage ist“, sagte der Sozialdezernent. Sybille Schilling, Leiterin der Beratungsstelle, feilt mit ihren Mitarbeiterinnen stetig weiter an den Hilfen: Dazu zählen beispielsweise Angebote für geflüchtete Kinder und deren Familien sowie eine Gruppe für von Trennung und Scheidung betroffene Kinder. Sie setzt außerdem präventiv auf ein Kommunikationstraining für Paare, das helfen soll, Trennungen zu vermeiden. Kontakt: Tel.: 06106/660090. (siw)

Quelle: op-online.de

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