Jagdpächter ärgert sich über rabiate Sachbeschädigung

Hochsitz am Boden zerstört

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Mit roher Gewalt wurde der überdachte Leitersitz umgerissen.

Weiskirchen - Mit roher Gewalt haben unbekannte Täter einen Hochsitz im Wald gegenüber der Kläranlage umgerissen. Jagdpächter Werner Lotz ist verärgert. Er hatte das Holzgestell vor einigen Jahren eigenhändig gezimmert.

„Das waren keine Kinder“, betont Lotz. Zerbrochene Holzteile lassen erahnen, mit welcher Gewalt die Täter am Werk waren. Am Baum hängt noch die Halterung, an der der Sitz befestigt war. Der Hochsitz war noch keine fünf Jahre alt. Ohne die Rabauken hätte er sicher noch lange gehalten. Die Leiter und die übrigen tragenden Teile waren aus stabilen Kanthölzern – verschraubt, verstrebt und an manchen Stellen mit Metall verstärkt. Eine Lasur machte die Holzteile wetterbeständig.

Die Befestigung hängt noch am Baum: Jagdpächter Werner Lotz ärgert sich über die Bösewichte, die seinen Hochsitz zerstört haben.

Der Sitz Marke Eigenbau verfügte über bescheidenen Komfort: Sitzfläche und Rückenlehne waren mit Filz ausgekleidet, ein Kunststoffdach diente als Regenschutz. „Da konnte man gut sitzen“, sagt der erfahrene Jäger. Werner Lotz hat das Weiskircher Revier gemeinsam mit zwei anderen Jägern gepachtet. Unklar ist, wieso sich überhaupt jemand in dieses Wäldchen verirrt hat. Die Rulgenschneise liegt in unmittelbarer Nähe der Autobahn 3 und der Bundesstraße 45 – nicht gerade eine Gegend, die zum Spazierengehen einlädt.
Dem Wild macht der Autolärm offenbar nichts aus. Friedlich äsen Rehe in Sichtweite des Waldwegs. Und immer wieder pflügen Wildschweine den Waldboden durch. Die Schwarzkittel sind auch der Grund dafür, dass dort ein Hochsitz stand. „Hier haben wir dieses Jahr schon einige Sauen geschossen“, berichtet Werner Lotz.

Im Gegensatz zu Rehwild gibt es für Schwarzwild keinen Abschussplan, der festlegt, wie viele Tiere zu erlegen sind. Die Anzahl der Tiere sei schwer zu schätzen, sagt Werner Lotz: „Sie sind mal da und mal dort.“ Das meiste Schwarzwild im Weiskircher Jagdrevier gebe es in der Ostgemarkung: „Die Sauen kommen aus dem Seligenstädter Wald zu uns auf die Felder.“ Wildschweine können in der Landwirtschaft große Schäden anrichten. Frischer Mais zum Beispiel ist für sie ungleich attraktiver als die Maiskörner, die die Jäger als Lockfutter ausstreuen.

Kleinere Beschädigungen an Hochsitzen kommen ab und zu vor. So rabiate Zerstörungen wie jetzt an der Rulgenschneise sind selten. Jagdpächter Lotz hat Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Er will eine Belohnung für Hinweise aussetzen, die zur Ergreifung der Täter führen.

Als Jagdeinrichtungen sind Hochsitze nur „zur unmittelbaren Jagdausübung“ vorgesehen. Ohne Genehmigung darf man nicht einmal hinaufsteigen, um die Aussicht zu genießen. (eh)

Quelle: op-online.de

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