Höhere Müllgebühren ab 2011

Rodgau (eh) ‐ Eine Debatte über höhere Müllgebühren steht dem Stadtparlament bevor. Zur nächsten Sitzung am 27. September will Bürgermeister Jürgen Hoffmann eine neue Gebührenkalkulation vorlegen.

Die Gebühren sollen dann im Januar 2011 in Kraft treten. Dass die Müllgebühren steigen müssen, ist mindestens seit Jahresanfang klar. Nach der Umstellung der Abfallwirtschaft war im vergangenen Jahr ein Defizit von mehreren hunderttausend Euro aufgelaufen. Seither steigt das Minus weiter - um 70.000 bis 80.000 Euro im Monat. Ein neues Gebührenmodell, das die damalige Stadtkämmerin Hildegard Ripper vorgeschlagen hatte, fand weder im Februar noch im März eine Mehrheit im Stadtparlament.

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„Die Menschen haben Anspruch darauf, dass wir die Karten auf den Tisch legen“, sagt der neue Bürgermeister Hoffmann, der kurz nach seinem Amtsantritt die Zuständigkeit für die Kämmerei übernommen hat. Die Stadt müsse das Defizit „einigermaßen kundenverträglich abbauen“, ohne gleich einen massenhaften Tonnentausch auszulösen. Die Kommunalaufsicht schreibt der Stadt kostendeckende Gebühren vor. Nach Hoffmanns Auffassung muss die Stadt das Defizit der Abfallwirtschaft in den Jahren 2011 bis 2013 ausgleichen.

Derzeit ist der Bürgermeister dabei, die Nachtragsverhandlungen mit der Entsorgungsfirma Remondis zu Ende zu bringen. Diese waren nach der Auftragsvergabe vor rund zwei Jahren notwendig geworden, weil sich wesentliche Daten seit der Ausschreibung geändert hatten. So ist die Anzahl an Biotonnen viel höher als geplant; die beliebten 60-Liter-Mülltonnen waren in der Ausschreibung überhaupt nicht vorgesehen. Einzelheiten über die laufenden Verhandlungen will Hoffmann derzeit nicht nennen.

„Die Tonne lebt“ hieß der Titel

Üble Gerüche aus der Biotonne hingegen, der Aufreger des vergangenen Sommers, liefern in diesem Jahr kaum Grund zu Klagen. „Es gibt so gut wie keine Beschwerden mehr“, bestätigt Bürgermeister Jürgen Hoffmann auf Anfrage.

Die Tonne lebt“ hatte unsere Zeitung im Juli letzten Jahres geschrieben, nachdem zahlreiche Bürger sich über eine Madenplage beschwert hatten - der Bericht wird immer noch gern gelesen. Die damaligen Ratschläge gelten nach wie vor: Essensreste in Zeitungspapier einwickeln, eine Schicht Gartenabfälle dazwischen streuen und ab und zu die Tonne lüften.

Die Biotonne vor der Haustür ist für viele Bürger selbstverständlich geworden. Das lässt sich auch an der Entwicklung der Müllmengen ablesen. Die Menge an Biomüll ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr von 1 256 auf 1 530 Tonnen gestiegen - ein Zuwachs um 21 Prozent. Der Bürgermeister bezeichnet diese Entwicklung als erfreulich: „Das weist darauf hin, dass das System akzeptiert wird.“

Quelle: op-online.de

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