Hohe Heizkosten geben Rätsel auf

4600 Euro Nebenkosten für 58 Quadratmeter

+
Wie konnten die Heizkosten in Wohnungen an der Wilhelm-Leuschner-Straße so krass steigen? Die Fehlersuche hat wohl gerade erst richtig begonnen.

Hainhausen - Tausende von Euro als Nebenkosten für eine 58-Quadratmeter-Wohnung? „Alles in Ordnung“, sagt Energiedienstleister Techem.

Dramatisch hohe Nebenkosten stellen Mieter im Wohnblock Wilhelm-Leuschner-Straße 59 vor ernste finanzielle Probleme. Eine ehemalige Mieterin soll für ihre 58 Quadratmeter große Wohnung 2259 Euro nachzahlen. Für eine 78-Quadratmeter-Wohnung sind sogar 7 559 Euro fällig.

„Ich weiß nicht, wie mein Freund und ich das bezahlen sollen“, sagt Elena R. (Name von der Redaktion geändert). Für den Zeitraum 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 soll sie für ihre nicht einmal 60 Quadratmeter große Wohnung 2259 Euro nachzahlen. Insgesamt fielen in diesem Zeitraum 4659 Euro Nebenkosten für die kleine Zwei-Zimmer-Wohnung an.

Kostentreiber sind sie Heizkosten. Elena R. vermutet, dass dies mit dem baulichen Zustand der Liegenschaft zusammenhängt. Während ein Teil des Blocks bereits wärmegedämmt ist und neue Fenster eingebaut wurden, wohnte sie in dem noch nicht sanierten Gebäudeteil. Vermieter ist eine Vermögensverwaltungs GbR in Hainhausen, die durch die Hausverwaltung IPV GmbH mit gleicher Adresse vertreten wird. Der Offenbacher Rechtsanwalt Marcus Haack betreut beide Firmen und kann einen Zusammenhang zwischen Gebäudezustand und hohen Mietnebenkosten nicht erkennen. Es handele sich um „drei Einzelfälle“ in der Liegenschaft. Gleich gelagerte Vorkommnisse seien ihm aus der Vergangenheit „nicht bekannt“, versicherte der Jurist gegenüber unserer Zeitung.

Auf Veranlassung seiner Mandanten habe der Energiedienstleister Techem ihre Heizkostenabrechnungen und die Heizkostenverteiler geprüft. „Am 8. Oktober hat die Techem schriftlich bestätigt, dass keine Beanstandungen oder Fehler festgestellt wurden.“ Haack sagt, auch seine Mandanten wunderten sich, wie die Heizkosten so krass steigen konnten. Derzeit sei „nicht nachvollziehbar“, wie das geschehen konnte. „Dass das für die Mieter eine Katastrophe ist, ist keine Frage.“ Notfalls ende die Angelegenheit vor Gericht. Dann müsse ein Gutachter bestellt werden.

bp

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare