Hohe Wahlbeteiligung überrascht Ergebnisse in den Stadtteilen

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Im Wahlbezirk 102 (Haus der Begegnung Jügesheim) organisierten Ortsvorsteher Gert Schmalenbach (rechts), Carolin Spahn, Torsten Fecher, Marco Linduschka, Herbert Massoth, Andreas Nitsch und Thomas Schellheimer die Wahl. Sie mussten wegen des großen Andrangs Stimmzettel nachfordern. „Das gab‘s noch nie“, berichtete Schmalenbach.

Rodgau - Mit unerwarteten Schwierigkeiten sahen sich die Wahlhelfer am Sonntag konfrontiert: Wegen der hohen Wahlbeteiligung drohten in fünf Wahllokalen die Stimmzettel auszugehen. „Das gab‘s noch nie“, berichtet Jügesheims Ortsvorsteher Gert Schmalenbach, der im Haus der Begegnung Dienst tat. Die Nachlieferung klappte problemlos. Von Bernhard Pelka und Ekkehard Wolf

Wer hat in welchem Stadtteil die meisten Wähler überzeugt? Alois Schwab (blau) hat Mehrheiten in Jügesheim und Weiskirchen geholt. Jürgen Hoffmann (rot) liegt in Dudenhofen, Nieder-Roden und Hainhausen vorne. Fotos, Grafik: Wolf

Zum Hindernislauf wurde der Wahlgang für mehrere Erstwähler, die keine Wahlbenachrichtigung erhalten hatten. Einer von ihnen ist Jonas Nieß, der seit dem 18. August volljährig ist. Er legte im Wahllokal seinen Personalausweis vor - nachdem seine Mutter herausgefunden hatte, wo der junge Mann auf der Liste steht. Es handelte sich um keinen Einzelfall, wie die Mutter berichtet: Hinter ihr in der Reihe stand eine Leidensgenossin, deren volljähriges Kind ebenfalls keine Karte bekommen hatte. Bei der Wahlbeteiligung profitierte die Bürgermeisterwahl von der gleichzeitigen Bundestagswahl. Drei von vier Rodgauern (75,3 %) gaben ihre Stimmen ab, vor sechs Jahren war nur jeder Zweite (50,2 %) dabei. Auffallend gestiegen ist der Anteil der Briefwähler - von 8,3 auf 21,1 Prozent.

Schwab nur in Jügesheim mit absoluter Mehrheit

Schweikart-Paul:

Jügesheim 15,2 Prozent

Dudenhofen 24,5 %

Nieder-Roden 26,7 %

Hainhausen 18,5 %

Weiskirchen 24,7 %

Gesamtergebnis 22,1 %

Bürgermeister Schwab, der 2003 bei ebenfalls zwei Mitbewerbern in allen Stadtteilen klarer Favorit war (Gesamtergebnis: 59,9 %), holte am Sonntag nur in seinem Heimatort Jügesheim eine absolute Mehrheit. Diesen Heimvorteil spielte er vor allem im Haus der Begegnung und bei den Briefwählern aus. Sein Herausforderer Jürgen Hoffmann kam in keinem Stadtteil über 50 Prozent, holte aber die relative Mehrheit in drei der fünf Stadtteile.

Hoffmann:

Jügesheim 34,3 %

Dudenhofen 45,3 %

Nieder-Roden 39,7 %

Weiskirchen 32,0 %

Gesamtergebnis 38,5 %

Unterdessen hat der im ersten Wahlgang knapp unterlegene SPD-Bürgermeisterkandidat seine Strategie für die nächsten Tage bis zur Stichwahl am 11. Oktober gegen Schwab (parteilos) dargelegt. Hoffmann will „deutlich machen, dass der Weg mit dem Amtsinhaber eine Sackgasse ist und bleibt“.

Schwab:

Jügesheim 50,6 %

Dudenhofen 30,2 %

Nieder-Roden 33,6 %

Hainhausen 37,7%

Weiskirchen 43,4 %

Gesamtergebnis: 39,4 %

Entscheidende Projekte, die Schwab für sich reklamiere, seien von anderen verantwortet worden. Zum Beispiel der S-Bahn-Bau, das neue Jügesheimer Sportstadion und die beiden Feuerwehrhäuser. Rodgau sei „in der Region abgekoppelt“. Der Bürgermeister habe es nicht geschafft, „einen Ausgleich zwischen den Parteien herzustellen“. Vielmehr habe Schwab „Tischtücher nicht nur zerschnitten, sondern zerrissen“. Hoffmann hingegen fühlt sich unter anderem von vier Fraktionen getragen, die im Parlament die Mehrheit bilden. Er versprach, „nach dem Wechsel zu moderieren und zu kommunizieren“.

Quelle: op-online.de

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