Holzfiguren für die Stadtteile

Kreisel-Kunst ist zurück

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Matthias Manus, Til Stolz und Karl Scherleithner (von links) arbeiteten gestern bei der Montage der Holzfiguren im Verkehrskreisel an der Querspange mit.

Nieder-Roden - Fünf Holzfiguren symbolisieren die Stadtteile. Nur der kleine Rollwälder fehlt noch. Von Ekkehard Wolf 

Sie sind aus festem Holz geschnitzt: Fünf Figuren, für jeden Stadtteil eine, sitzen mitten in einem Verkehrskreisel am runden Tisch. Gestern montierten Handwerker die restaurierte Figurengruppe. Ein Autounfall im Februar hatte das Kunstwerk zerstört.„Es wird Zeit, dass es wieder dasteht“, meint Til Stolz. Sein verstorbener Vater, Walter Stolz, hatte die Figurengruppe 2007 gestaltet. Der Sohn koordinierte nun den Wiederaufbau. Dazu holte er die alten Konstruktionszeichnungen aus dem Archiv: „Ohne die Pläne wäre es nicht gegangen. Die Figuren waren ja völlig zerstört. Es war knifflig, das Puzzle wieder zusammenzusetzen.“

Manche Einzelteile waren so kaputt, dass die Schreinerwerkstatt Manus Ersatz anfertigen musste. Dafür benötigte sie ein ganz besonderes Material: Eichenbalken, wie sie beim Abriss von Fachwerkhäusern und Scheunen anfallen. „Das ist kein Problem, wenn man die richtigen Bezugsquellen nennt“, sagt Matthias Manus. Im Odenwald wurde er fündig. Alle Balken sind mindestens 150 Jahre alt. „Das alte Holz ist darrtrocken, das heißt, die Zellen sind gesättigt und nehmen keine Feuchtigkeit mehr auf“, erklärt Manus. Der Vorteil: „Man kann es verarbeiten, ohne dass sich etwas verzieht.“ Als die dicken Balken in der Werkstatt verschmälert wurden, kam das hellere Kernholz zum Vorschein. Doch Matthias Manus ist sicher: „Das Holz verwittert noch. In ein bis zwei Jahren sieht es genauso grau aus wie der Rest.“

Figur für Rollwald ist kleiner

Die Holzmenschen wiegen 70 bis 80 Kilogramm und sind fest mit dem Metallreifen und dem Boden verschraubt. Fünf Figuren sitzen am Tisch, die sechste fehlt noch. Sie ist kleiner als die anderen und steht für die Siedlung Rollwald. Nach dem Autounfall lagen die Trümmer noch eine Weile an der Unfallstelle, damit der Sachverständige der Versicherung sie begutachten konnte. Als die Arbeiter der Schreinerei zum Abräumen kamen, war das Rollwald-Männchen verschwunden. Schreinerei und Schlosserei haben nun den Auftrag, Ersatz anzufertigen.

Kunstausstellung „Rodgauer Art"

Kunstaustellung „Rodgauer Art 12“

Til Stolz sieht kein Problem darin, dass die Figurengruppe erst mit leichter Verzögerung fertig wird. Im Gegenteil, das erinnert ihn an die Situation vor sieben Jahren: „Der Rollwälder wird nachgeliefert. Das war beim ersten Mal ja auch so.“

Quelle: op-online.de

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