Holzversteigerung an der Gänsbrüh

Wettsägen und Holzfäller-Sport

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Zusammen mit der neuen Edelholzkönigin Heike Ova sägt Wolfgang Linke als letztjähriger König um das Privileg, an ihrer Seite stehen zu dürfen. Die Mühe ist vergebens: Er muss die Krone an Wolfgang Walter abgeben, der sich nun Edelholzkönig nennen darf.

Dudenhofen - „Holz ist der umweltverträglichste Brennstoff“, erklärt der pensionierte Förster Günther Heid, als er an der Waldfreizeitanlage die Buchenholzstapel abgeht und mit Witz und Charme an den Meistbietenden verkauft.

Der Gesangverein Germania bewies bei seiner Holzversteigerung, dass man mit Brennholz auch tolle Feste feiern kann.

Am zweiten Samstag des Jahres tummelten sich wieder viele Besucher an der Gänsbrüh. Bei blauem Himmel und Temperaturen knapp unter null wärmten die Lagerfeuer von außen und Fleischwurst aus dem Kessel, heißer Kirschwein mit Amaretto und Sahne, sowie die begehrte Erbsensuppe aus der Gulaschkanone von innen heraus.

Zur Eröffnung ließ das Bläsercorps der Weiß-Blauen Jagdgesellschaft seine Hörner erklingen. Anne Kratz übergab das Zepter der Edelholzkönigin an ihre Nachfolgerin Heike Ova. Die Edeldamen der vergangenen Jahre strahlten um die Wette und machten auch nach ihrer Amtszeit noch eine tolle Figur. An die Organisatoren übergab Frank Lortz, einer der Vizepräsidenten des hessischen Landtags, eine Spende von 1000 Euro für weitere Feste, die Jürgen Resch dankbar entgegennahm. Seiner Aufforderung „Und nun allen viel Spaß“ schloss sich auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann an. Da ging das Programm erst richtig los. Zunächst schwangen die Line-Dancer des FC Germania Ober-Roden elegant das Tanzbein und weckten die Lust einfach mitzutanzen.

Holzversteigerung in Dudenhofen

Mehrere tausend Besucher kamen am Samstag zur traditionellen Holzversteigerung des Gesangsvereins Germania Dudenhofen an der Gänsbrüh bei toller Atmosphäre. Neben der Versteigerung von 50 Raummetern Buchenholz wartete auf die Besucher ein umfangreiches Rahmenprogramm.

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Bevor Edelholzkönigin Heike Ova sich beim Wettsägen ihren König suchte, klärte sie die Besucher über Äpfel als leckeres und gesundes Obst auf. Mit dem knackigen Kernobst gingen überwiegend weibliche Assoziationen einher. Mit den großen Zweimannsägen sägte sie zusammen mit dem ersten Edelholzkönig Wolfgang Linke aus dem vergangenen Jahr um den Titel. Ebenfalls angetreten waren Ortsvorsteher Gerald Klein und die letztjährige Repräsentantin in Sachen Holz, Anne Kratz. Die schnellste Zeit legte jedoch Julie Christ-Seibel zusammen mit Wolfgang Walter hin, der sich dadurch den Titel des Edelholzkönigs sicherte.

Dass es aber noch um einiges schneller geht, zeigten die Dengler-Brüder aus Baden-Württemberg bei ihrer Sportholzfäller-Show. Im Wettkampf wird die große Säge nur von einer Person bedient und macht einen dicken Stamm in nur zehn Sekunden eine Scheibe kürzer. Auch Zuschauer durften nach kurzer Einweisung drauf los sägen und mussten feststellen, dass man dabei ganz schön aus der Puste gerät. Kettensocken in den Schuhen waren bei den weiteren Vorführungen Pflicht. Mit einer großen Axt spalteten die Sportler die Holzstämme unter ihren Füßen oder in luftiger Höhe, nachdem sie sich über zwei eingeschlagene Planken einen Stamm hochgearbeitet hatten.

Bilder der Holzversteigerung

Holzversteigerung in Dudenhofen

Kunstwerke mit der Kettensäge fertigte Holzsägekünstler Michael Gomersky vor den Augen der Zuschauer an. Durch seinen filigranen Umgang mit dem groben Werkzeug ließ er aus Holzklötzchen Figuren entstehen.

„Das wird noch billiger nach hinten“, hörte man einen erfahrenen Festbesucher bei der Versteigerung des von den Dudenhöfer Sängern aufgeschichteten Brennholzes. Ortsdiener Manfred Kratz läutete die Glocke und wieder haben zwei Raummeter Holz den Besitzer gewechselt.

Fast 100 Traktoren, Unimogs und alte Landmaschinen aus Babenhausen, Seligenstadt oder Sinntal umfasste die Ausstellung, bei der neben dem Publikumspreis auch wieder die schönste Restauration und das älteste Gefährt prämiert wurden. Letztes war eine selbstfahrende Bandsäge von 1920, die ihr Eigentümer anfangs überhaupt nicht wollte, aber dann in liebevoller Kleinarbeit wieder flott gemacht hat.

Aussteller rund ums Holz, das mobile Sägewerk, die Band „Urig und Echt“ aus dem Odenwald, Ponyreiten, Kinderschminken und Spiel- und Bastelmöglichkeiten für Kinder - natürlich mit Holz - sorgten für Abwechslung und Unterhaltung.

Zur 20. Holzversteigerung im nächsten Jahr plant die Germania ein ganz besonderes Programm.

pep

Quelle: op-online.de

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