Wettstreit der Sägen

Dudenhofen (lö) - Der Kampf Mensch gegen Maschine endete bei der Holzversteigerung mit einem klaren Sieg für Ralf und Markus Dengler.

Die Timbersportler zerlegten mit ihrer knapp zwei Meter langen Handsäge einen 40 Zentimeter dicken Baumstamm um Klassen schneller als ihr Mechaniker Klaus Schimmel, der mit einer handelsüblichen 3,6 PS-Motorsäge antrat.

Buchstäblich zersägt haben Ralf und Markus Dengler ihren Mechaniker Klaus Schimmel. Der hatte trotz Motorkraft das Nachsehen gegen die Handarbeit.

Die Vorführungen der Show-Waldarbeiter aus dem Jagsttal waren am Samstag nur einer von vielen Hinguckern der Traditionsveranstaltung des Gesangvereins Germania Dudenhofen, die wieder Tausende an die Gänsbrüh gelockt hatte. Über genaue Zahlen schweigt des Sängers Höflichkeit, doch ein Insider verriet: „Wir verkaufen hier so viel Schnaps wie andere Waldfeste Bier!“

Dass beides - sowie Glühwein und weitere Getränke - in Strömen floss, hatte die Germania außer ihrem Programm auch Petrus zu verdanken, der offensichtlich ein Herz für Dudenhöfer hat. Sonnenschein und Temperaturen von rund fünf Grad waren gute Argumente für einen ausgedehnten Besuch beim weit und breit größten Winterwaldfest.

Bilder der Holzversteigerung an der Gänsbrüh

Holzversteigerung an der Gänsbrüh

Immer größer wird auch die Fahrzeug- und Landmaschinenausstellung, die die eigentliche Holzversteigerung fast schon in den Hintergrund drängt. Gut 100 von ihren Besitzern liebevoll herausgeputzte Traktoren und Unimogs kamen zur Gänsbrüh getuckert. Manche Motoren waren kleiner als der 15 PS starke Antrieb einer Riesen-Kettensäge Marke „Regenwaldkiller“ aus dem Dengler"schen Wettkampfarsenal.

Ortsdiener Manfred Kratz und Förster Tino Manthey versteigerten 50 Festmeter Buche im Doppelpack. Manthey rief immer Lose von zwei Festmetern auf. 106 Euro waren das Mindestgebot, bis zu 125 Euro wurden bezahlt. Wochenlang hatten Wolfgang Walter und etliche Germania-Sänger für die 18. Holzversteigerung im Wald gearbeitet.

Die älteste Maschine hatte exakt 100 Jahre auf dem Kolben. Harald Weber aus Jügesheim hatte einen sogenannten Stationsmotor aus dem Jahr 1912 aufgebaut, mit dem gut betuchte Bauern unter anderem Dreschmaschinen antreiben konnten. Weber präsentierte das gute Stück als Pumpe und füllte stilecht eine Zinkbadewanne mit Wasser. Handtücher lagen parat, sogar an den Badeschaum war gedacht; doch die Sektflaschen, die Weber als Belohnung für ganz Mutige ausgelobt hatte, konnte er wieder mit nach Hause nehmen.

Quelle: op-online.de

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