Hornissen-Alarm im Jügesheimer Wald

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Peter Tauchert zeigt die Behausung der Gemeinen Wespe. Von hier startet sie ihre Beutezüge - zurzeit auch wieder vermehrt in Richtung gedeckter Tische.

Jügesheim (pul) - Im Jügesheimer Wald herrscht Hornissengefahr. Der Bauhof hat nahe dem Wasserwerk ein Waldstück abgesperrt, in dem die gewöhnlich friedlichen Insekten nisten.

Aggressiv waren sie geworden, nachdem ein Unwetter den hohlen Baum, in dem sich ihr Nest befindet, in Schieflage gebracht hatte. Am vergangenen Wochenende waren in dem von Radfahrern, Spaziergängern und Joggern stark frequentierten Gebiet zwei Fußgänger und ein Hund attackiert und gestochen worden. Ein Fall für Peter Tauchert, den Rodgauer Insekten-Experten. Tauchert sah sich das Problem an und entschied, das Nest könne nicht umgesiedelt werden. Also sperrte der Bauhof die Stelle ab.

Derzeit haben auch Wespen Hochsaison. Die schwarz-gelben Brummer kommen vermehrt zu den Menschen an den gedeckten Tisch. Peter Tauchert gibt Tipps für den Umgang mit den Insekten.

Der Bauhof hat die Gefahrenzone gesperrt. Mitte Oktober ist der Spuk wohl vorbei. Dann verlassen die Hornissen ihre Neser, wie Peter Tauchert weiß.

Kaum zu glauben, aber jetzt im Hochsommer bereitet sich die Natur bereits auf den nächsten Winter vor. Die Bäume ziehen langsam die Säfte aus dem Blattwerk zurück und bieten somit Wespen weniger Nahrung. Auch wenn die Tiere ihren Kohlenhydratbedarf durch Blütennektar und Ausscheidungen der Blattläuse decken können, fehlt ihnen doch der Saft aus Trieben und Rinde der Bäume. Das führt die Staaten bildenden Insekten schnurstracks an den Kaffeetisch. So ein süßes Stück Torte ist genau das Richtige, um der Wespe wieder Treibstoff für den nächsten Flug zuzuführen, erklärt Peter Tauchert. Knabbert einer der kleinen Quälgeister dagegen an der fleischlichen Kost, ist dies für die Larven im Nest bestimmt. Egal ob die Tiere auf der Suche nach Eiweiß oder Kohlenhydraten sind, einige Regeln im Umgang mit den ungebetenen Gästen sollten befolgt werden, um Stiche zu vermeiden. „Auf keinen Fall nach den Tieren schlagen!“ Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Ablenkfütterung kann helfen

Besonders wenn Kinder draußen ein Eis verputzt haben, muss ihr Mund feucht abgewischt werden, um Wespen keinen Grund für eine „Landung“ auf den Lippen zu geben. Mit einer Ablenkfütterung sollte gut zwei Wochen vor Gartenpartys begonnen werden. Dazu werden täglich kleine Reste von Süßspeisen (Marmelade, Kuchen) einige Meter vom geplanten Partyort entfernt aufgestellt. Die Tiere gewöhnen sich an die Nahrungsquelle und sausen beim eigentlichen Fest schnurstracks über die Gäste hinweg zum Futterplatz. Zusätzlich lassen sich aufgeschnittene Zitronen mit Nelken gespickt auf dem Essenstisch platzieren. Das hält in vielen Fällen die Tiere von Wurst, Steak und Süßspeise fern.

Quelle: op-online.de

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