Hornissen im Blick

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Die Tiere sind friedlich: Insektenfachmann Peter Tauchert beobachtet die Hornissen, während Stephan Sattler die Kamera auf das Einflugloch ausrichtet. Das Ganze spielt sich auf dem Flachdach der Feuerwehr ab.

Jügesheim - (eh) Ein seltener Anblick ist am Schlauchturmfest der Freiwilligen Feuerwehr Jügesheim am Samstag nächster Woche zu erleben: Im Lehrsaal sieht man ein Nest mit lebenden Hornissen - aus nächster Nähe und doch aus sicherer Entfernung.

Das Hornissennest hängt am Schlauchturm. Eine Videokamera überträgt ihre Bilder auf einen Bildschirm und ins Internet. Zum Schutz vor dem Wetter befindet sich das Nest in einem Holzkasten, so dass man nur das geschäftige Treiben am Einflugloch beobachten kann. Zum Fest am 29. August wollen die Feuerwehrleute jedoch die Tür des Kastens öffnen.

Der ehrenamtliche Insektenberater Peter Tauchert hat das Hornissenvolk kürzlich umgesiedelt. In luftiger Höhe, zwei Etagen über dem Boden, sind die Hautflügler ungestört. Dort stören sie auch niemanden, im Gegensatz zu ihrem früheren Domizil, einem Rollladenkasten.

Die Tiere sind friedlich, sie tun einem normalerweise nichts“, sagt Peter Tauchert, der sich dem Nest ohne Schutzausrüstung nähert. Am Einflugloch sitzen Hornissen, die mit ihren Flügeln Luft ins Innere des Kastens fächeln. „Sie müssen ihre Waben auf 30 Grad temperieren“, erklärt Tauchert. An Hitzetagen wie am Donnerstag machen sich die Hornissen die Verdunstungskälte zunutze: In winzigen Mengen holen sie Wasser herbei, benetzen die Brut und fächeln Luft darüber.

Peter Tauchert ist vom Nutzen der gefährdeten Tierart überzeugt: „Ein Volk frisst im Lauf des Jahres 15 Kilogramm Insekten.“ Seit er Hornissen im Garten hat, plagen ihn keine Wespen mehr.

Quelle: op-online.de

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