Hotelgäste stechen Spargel selbst

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So geht’s: Dan Fischer (links) erklärt die richtige Handhabung des Spargelmessers. Fotos:

Jügesheim (pep) - Getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ haben Gäste des Frankfurter Nobelhotels „Villa Kennedy“ auf dem Jügesheimer Sandhof Spargel gestochen.

Danach ließen sie sich im Hotelrestaurant die Zubereitung zeigen, um die leckere Ernte anschließend zu verspeisen. 115 Erwachsene und 20 Kinder begannen den Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor die Arbeitsutensilien ausgegeben wurden. Bauer Dan Fischer erklärte vor Arbeitsbeginn noch die Grundlagen des Spargelstechens und beantwortete Fragen zum königlichen Gemüse.

So sieht man Spargel selten: Eigens für die Besucher hat Dan Fischer eine Spargelpflanze ausgegraben.

Spargel schmeckt am besten frisch. Nach der Ernte hält er sich nur wenige Tage, bevor die Qualität leidet. Den Unterschied zwischen grünem und weißem Spargel erklärte der Spargelbauer mit einfachen Worten: Eigentlich gibt es keinen, außer dass der grüne Spargel beim Wachstum Sonne abbekommen hat, der weiße nicht. Um beim hellen Spargel die chemische Reaktion auf die Sonnenstrahlen zu vermeiden, werden auf den Äckern lange Dämme aus Erde aufgeschüttet. So bleiben die Triebe auch dann noch in der Erde, wenn sie eigentlich bereits aus dem Boden herauswachsen würden.

Gleichmäßige und gerade Stangen seltener

Durch den ständigen Wechsel zwischen Warm und Kalt sei es in diesem Jahr zu ungleichmäßigem Wachstum gekommen, berichtete Dan Fischer. Gleichmäßige und gerade Stangen seien daher seltener, es gebe also weniger Spargel der Handelsklasse eins. Geschmacklich besteht kein Unterschied zwischen dem hochpreisigen Spargel und den preiswerteren Qualitätsstufen. Lediglich Größe und Form entsprechen dann nicht der Norm und auch der untere Teil der Stangen kann etwas härter sein.

Ganz vorsichtig gräbt dieses Mädchen mit elterlicher Hilfe den lockeren Sandboden auf, damit die Spargelstangen nicht abbrechen. Gleichmäßig gerade gewachsenen Spargel der Handelsklasse I findet man in dieser Saison nicht so häufig wie sonst.

Mit Kelle und Spargelmesser stürmten die Teilnehmer auf einen vorbereiteten Spargelacker, um das Stechen auch einmal auszuprobieren. Das geht so: Vorsichtig mit den Fingern freigraben, möglichst weit unten mit dem Messer abschneiden und dann wieder mit der Kelle zugraben, damit dort noch andere Spargelstangen emporschießen können. Bei guten Wetterbedingungen, warm und feucht, wächst Spargel bis zu fünf Zentimeter am Tag. Geerntet wird traditionell nur bis zum Johannistag am 24. Juni.

Quelle: op-online.de

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