HSG Nieder-Roden bittet um Aufschub

Hallenmiete kommt viel zu früh

Rodgau (bp) - In einem offenen Brief bittet die Handballspielgemeinschaft der SG und TG Nieder-Roden (HSG) die Stadt um Aufschub bei der finanziellen Beteiligung an den Hallenkosten. Die HSG könne die ab 1. Januar 2013 geplante Umlage zu diesem Zeitpunkt nicht stemmen.

Es handele sich immerhin um einen „deutlichen fünfstelligen Betrag“. Die Handballer bitten um Zeit bis mindestens zum 1. Juli 2013. Die HSG stellt ausdrücklich nicht in Abrede, dass es in Zeiten knapper Stadtfinanzen zu einer Kostenbeteiligung der Vereine kommen muss. Ein Problem sei aber die Zeitplanung. Auf Anfrage bestätigte Stadt-Sprecherin Sabine Fischer gestern, dass die Umlage zum 1. Januar 2013 in Kraft treten solle. Die entsprechende Satzung sei aber noch nicht vom Magistrat und den Stadtverordneten beschlossen worden. Gestern beriet der Magistrat über dieses Thema. Auch hatte der Brief der HSG die Stadt zu diesem Zeitpunkt erreicht.

Insgesamt erhofft sich die Stadt aus der Umlage 180. 000 Euro Mehreinnahmen im Jahr, daran sind die Sporthallen mit 65.000 Euro beteiligt. Nach Schätzungen ergibt sich für den gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb der Handballer, die auf eine Nutzung der Sporthallen zwingend angewiesen sind, eine Kostenbelastung in Höhe eines deutlich fünfstelligen Betrages pro Jahr. „Bei einem Gesamtetat von derzeit rund 180.000 Euro für die Saison 2012/13 wird schnell ersichtlich, dass die städtische Kostenumlage eine erhebliche Mehrbelastung darstellt und wahrscheinlich zu Einschnitten bei der Umsetzung des Sportkonzeptes der HSG Nieder-Roden führen wird“, fürchtet der Verein.

Reduzierter Spielbetrieb

Eventuell werde der Spielbetrieb mit 13 Jugend- und fünf Aktivenmannschaften ab der Saison 2013/14 reduziert. Das sei aber „nur ein Randproblem, welches die Verantwortlichen mit dem nötigen zeitlichen Vorlauf lösen könnten“. Nicht lösbar aber sei, dass die HSG für den Zeitraum ab dem 1. Januar bis zum 30. Juni 2013 zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro zu bewältigen hätte. „Da die Finanzplanung für die laufende Saison 2012/13 schon im Mai 2012 abgeschlossen wurde und bis zum 30. Juni 2013 fixiert ist, konnten diese Zusatzkosten nicht im Etat berücksichtigt werden“, argumentieren die Verantwortlichen.

Und weiter: „Die Jahreshauptversammlungen der Trägervereine finden erst im April statt. Frühestens zu diesem Zeitpunkt könnte man über eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge entscheiden. Doch wer bezahlt bis dahin die Kostenumlage? Der Etat der HSG Nieder-Roden ist ausgeglichen, so wie er es seit dem Bestehen immer war. Zusätzliche liquide Mittel in der fraglichen Höhe sind nicht vorhanden. Die momentan geplante Art der Umsetzung hätte zur Folge, dass die HSG mitten in der Saison aus finanziellen Sachzwängen heraus Entscheidungen treffen müsste, die verheerende Folgen für die Mitglieder, insbesondere im Jugendbereich haben könnten.“ Ob dies im Sinne einer gesellschaftspolitisch verantwortungsbewussten Stadt Rodgau sei, dürfe bezweifelt werden.

Quelle: op-online.de

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