Neuartige Konstruktion

500 Hühner im Stall auf Rädern

Begierig machen sich die Hühner über den frischen Salatkopf her. Den Tieren geht es gut: Sie haben keine kahlen Stellen im Gefieder.

Jügesheim - Der größte mobile Hühnerstall weit und breit steht in Rodgau. Diese Erfindung bietet den Tieren immer frischen Auslauf. Von Ekkehard Wolf

Ein Hühnerstall auf Rädern? Ja, das gibt’s. Er steht auf einer Wiese hinter dem Sandhof. Dort leben 500 Legehennen. Drinnen finden sie Nester und Sitzstangen, im Freien picken sie nach Gras, Würmern und Insekten. Wenn der Boden leergepickt ist, wird die 15 Tonnen schwere Halle per Traktor an einen anderen Platz gezogen.

Dieser Hühnerstall ist einzigartig. „Wir wollten einen Stall bauen, in dem sich das Huhn wohlfühlt“, sagt Dan Fischer vom Sandhof. Zu kaufen gibt es so etwas nicht. Deshalb sprach er Alois Sahm an, der am Ort ein Stahlbauunternehmen hat. Der ließ sich für das Projekt begeistern - auch, weil er Massentierhaltung ablehnt. Nun will Sahm seine Konstruktion als Geschmacksmuster schützen lassen: „Die Idee ist gut. Vielleicht baue ich mal wieder so einen Stall.“ Für den Ingenieur und seinen Auftraggeber war die Konstruktion Neuland: „Wir haben Sachen gemacht, von denen wir vorher nicht wussten, ob sie funktionieren“, berichtet Fischer. Am Ende erhielt das fertige Projekt anstandslos den Segen aller Behörden.

Etliche Handwerker waren von dem Projekt so angetan, dass sie dem Bauherrn finanziell entgegenkamen. Dennoch kostete das Schmuckstück rund 60.000 Euro. Dafür muss der Hofladen viele Eier verkaufen. Die Freiland-Eier kosten 35 Cent pro Stück - und Dan Fischer ist überzeugt, dass sie jeden Cent wert sind. „Wir müssen die Leute erreichen, die ihre Lebensmittel bewusst einkaufen“, sagt er. Immer wieder besuchen Kunden die Hühner auf dem Weg zum Hofladen oder zum Eierautomaten. Wo sonst gibt es diese Gelegenheit?

Mobiler Hühnerstall in Jügesheim

Ein Hühnerstall auf Rädern? Ja, das gibt es. Wir waren mit der Videokamera beim größten mobilen Hühnerstall Sandhof in Rodgau Jügesheim.

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Respekt vor den Tieren ist Dan Fischer wichtig: „Ich wollte es so machen, wie es respektvoll gegenüber den Hühnern ist. Ich persönlich habe meinen inneren Frieden. Ich freue mich, wenn ich in den Stall gehe und meine Hühner sehe.“ Mit dem Umdenken der Menschen werde sich auch ein wirtschaftlicher Erfolg einstellen: „Aller Anfang ist schwer. Das Geschäft muss sich über die Jahre entwickeln.“ Die Hühner bekommen nicht nur Körnerfutter, sondern auch Gemüse oder einen Salatkopf - natürlich aus eigenem Anbau. Ihre Leibspeise sind jedoch Spaghetti. Ab und zu bringt Gesa Fischer einen großen Topf gekochte Nudeln auf die Hühnerwiese. Dann liefern sich die Hennen ein Wettrennen: Jede will die erste sein.

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Quelle: op-online.de

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