Humor auf die Spitze getrieben

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Schweineballett als herrliche Satire auf den Schweinegrippe-Flop: die „Golden Merwes“ in voller Aktion - „Kein Schwein steckt sich bei mir an!“

Nieder-Roden ‐ Draußen wirbelten die Schneeflocken im eiskalten Wind - und drinnen im Saal die Narren. Die Karnevalsabteilung der Turngemeinde (TGN) brachte wieder ein Programm auf die Bühne, dessen Vielzahl an Talenten eigentlich für zwei solche Veranstaltungen dicke gereicht hätte. Von Bernhard Pelka

Schon immer waren die Klamauk-Könige aus Nieder-Roden gut. Aber so kunterbunt haben sie es selten getrieben. Gut fünf Stunden brannten sie ein Feuerwerk der guten Laune ab. Der voll besetzte Saal honorierte das mit rhythmischem Klatschen im Stehen, herzerfrischendem Gesang, Trampeln, begeistertem Anfeuern der Akteuren und energischen Zugabe-Forderungen. Das freute nicht nur den Sitzungspräsidenten Peter Wade.

Charakteristisch für den Abend war die hervorragende Kombination aus Wort, Tanz, Schauspiel, Musik und Gesang. Das eröffnete dem dafür dankbaren Publikum die Chance, die Ware Fastnacht nicht nur passiv zu konsumieren, sondern bei gleich mehreren Nummern mitzusingen. Immer waren die Gäste mittendrin im komödiantischen Geschehen.

Die humoristische Klammer dieses närrischen Gesamtkunstwerks bildeten Frank Schüler und René Marzo. Als „Auswanderer-Opas“ auf der Reise in die USA tauchten sie während des zum Piepen komischen Programms immer wieder als „running Gag“ auf und zündeten eine Lach-Rakete nach der anderen. Einmal fuhren sie sogar mit einem Stehroller auf der Bühne umher. Klassische Büttenvorträge wie jener von Andreas Kraus (ein Gastredner aus Offenbach-Bieber) waren selten. Meist hatten die Programmpunkte auch musikalische und tänzerische Aspekte.

Als Protokoller lieferten Günter Keller und Peter Linz einen kritischen Jahresrückblick. Zuvor hatte die Rot-Weiß-Garde Beine und mehr tüchtig geschmissen. Dann folgte ein großer Moment für die Nieder-Röder Fastnacht: Prinzessin Jenny Hein und Prinz Franz Weber stellten sich dem Publikum mit Wort und Gesang vor. Flott wirbelten später die „Habaneros“, die TG-Jugendtanzgruppe über die Bretter. Liane Keller bewies danach mit ihrem gereimten und getanzten Vortrag, dass sie es als (zunächst mangels ausreichender Körpergröße verhindertes) Funkenmariechen durchaus drauf hätte.

Tosenden Applaus ernteten die „Youngsters“

Großes Kino boten die „Golden Merwes“ (musikalisch geleitet von Amelie Bückner, die „Alters-Präsident“ Bernhard Koser beerbt hat). Bei ihrem Gesangsvortag im Stil der Comedian Harmonists fehlte auch nicht die ironische Aufarbeitung des Schweinegrippe-Flops (natürlich mit urkomischem Schweineballett). Fernsehreif war der Beitrag von Egon und Eva Roth, Horst Reichenbach, Bernd Keller und Winfried Roth. Sie feierten ein Wiedersehen nach ihrem Junggesellensabschied von damals - mit ebenso vielen Hits von damals. Wirklich klasse!

Tosenden Applaus ernteten die „Youngsters“ mit ihrer mitreißenden Tanz-Show zu über 50 Musiktiteln. Herrlich war die Satire über „Bauer sucht Frau“ der „Alten Garde“. Dabei warben die „fesche Franca“ und die „herrische Hermine“ um „Gickelbauer Günther“ und den „pfundigen Fritz“. Akrobatisch und sexy präsentierte sich dann nochmals die „Rot-Weiß-Garde“ mit einem Schautanz. Umjubelt wie immer war die Einlage des Männerballetts. Als Cheerleaders und Football-Stars waren sie in ihrer Kategorie wieder einmal eine Klasse für sich.

Quelle: op-online.de

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