Humor weckt Neugier

Rodgau - (bp) Therapieclownin „Wölkchen“ arbeitet mit Demenzkranken. Wir sprachen mit Monika Schloz.

Müssen sich die Leute nicht veralbert vorkommen, wenn Sie als Clown daherkommen?

Nein! Der Clown spricht etwas in uns allen an, das offen und neugierig auf die Welt zugeht und trotz manchen Scheiterns immer wieder neu alles versucht. Die alten Menschen lachen oft spontan beim ersten Blickkontakt mit mir. Sie spüren, dass nicht sie veralbert werden, sondern dass ich einen anderen Blick auf die Welt rundherum mitbringe. Als Clown bin ich die ganz Andere. Vieles wird möglich, mancher baut einen sehr vertrauensvollen Kontakt zu mir auf und erzählt mir, was sonst ungesagt bliebe. Der Clown lädt ein, Dinge anders zu machen als gewohnt. Und der Clown macht Mut, weil er Stärke durch Schwäche repräsentiert. Der Clown entlastet auch, denn er ist alles andere als perfekt und ermöglicht den Menschen, die ihm begegnen, sich zu entspannen.

Warum erschließt ausgerechnet Humor einen guten Zugang zu Demenzkranken?

Im Humor wird Freiheit möglich. Humor ist eine erfrischende, lebendige Kraft. Manchmal blitzt sie in einem Strahlen der Augen auf, manchmal in einem Scherz, der bei demenziell Erkrankten nicht immer unserer Alltags-Logik entspricht. Demenzerkrankte überraschen mich immer wieder mit ihren eigenen Ausdrucksweisen von Humor. Humor eröffnet einen unmittelbaren Zugang zum Menschen, ist eine wunderbare Brücke und manchmal eine gute Abkürzung.

Was können Sie mit Musik und Ihren Späßen überhaupt bewirken?

Die Musik schafft einen Rahmen aus Vertrauen, Erinnerungen und Selbstbewusstsein. Gemeinsames Musikmachen schafft eine entspannte und auch freudige Atmosphäre. Scherze vermitteln sich durch Worte und auch durch Körpersprache. Auch sie wirken entspannend und stärkend. Gemeinsames Lachen befreit sehr, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Gruppen lernen sich gegenseitig von einer anderen Seite kennen und sind manchmal ganz erstaunt voneinander.

Wie sind Sie darauf gekommen, als Clown therapeutisch arbeiten zu wollen?

Nach meiner Theaterausbildung hat sich mir die therapeutische Clown-Arbeit Schritt für Schritt erschlossen und ich habe gemerkt: da bin ich richtig. Der Clown-Dienst ist nah am Menschen, arbeitet mit sehr direkten Mitteln, nutzt die Poesie des Augenblicks und bewegt, wenn es gut läuft, eine ganze Menge. Es ist mein Traumberuf.

Quelle: op-online.de

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