Nach dreieinhalb Jahren sind alle Genehmigungen erteilt

Hunde-Ranch ist Sorgen los

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Mal im Rudel, mal als Einzelgänger: Auf dem weitläufigen Gelände der „Hunde-Ranch“ können die Tiere tun und lassen, was sie wollen. Nur Raufen und Beißen ist nicht erlaubt. „Wir sind der Waldkindergarten der Hundetagesstätten“, sagt Betreiber Stefan Kirchner.

Dudenhofen - Die „Hunde-Ranch“ östlich von Dudenhofen muss nicht mehr um ihre Zukunft bangen: Gebäude und Betrieb sind genehmigt. Vor dreieinhalb Jahren hatte die Bauaufsicht mit der Räumung des Geländes gedroht. Von Ekkehard Wolf 

Die „Ranch“ ist eine Hundetagesstätte. Dort tummeln sich täglich etwa 20 bis 25 Vierbeiner. Hundehalter bringen ihre Tiere morgens dorthin – in der Gewissheit, dass sie tagsüber beschäftigt sind und sich austoben können. Betreiber Stefan Kirchner hat seine Leidenschaft für Hunde zum Beruf gemacht. Zuvor war er Koch.

Seit gut fünf Jahren befindet sich die „Hunde-Ranch“ in Dudenhofen. Davor war sie im Jügesheimer Ostweiler. Eines Tages lag eine Räumungsverfügung im Briefkasten. Das erste Kind der Kirchners war damals gerade zwei Tage alt. Das Ehepaar sah seine wirtschaftliche Existenz bedroht. Die Kunden liefen Sturm gegen die drohende Schließung: „Wo sollen denn unsere Hunde hin?“ Die Hundetagesstätte war auch Gegenstand einer Anfrage im Stadtparlament.

Aus Sicht der Behörden gab es ein ganzes Bündel an Problemen. Das größte war der Vogel- und Naturschutz; denn dort wo Hunde herumlaufen, haben Bodenbrüter schlechte Karten. Unklar war auch der baurechtliche Status des Gebäudes: Wohnhaus oder Wochenendhaus? Tatsache ist: Das Haus war Jahrzehnte lang bewohnt, zeitweise befand sich auf dem Gelände eine Hundezucht.

Leserbilder zum Hundetag (Teil 1)

Nach vielen Anträgen, Plänen und Gesprächen sind die Probleme nun ausgeräumt. „Erst waren wir nur geduldet, jetzt sind wir von jeder Behörde genehmigt“, berichtet Stefan Kirchner. Die Baugenehmigung kam im vergangenen Jahr, dann folgte der Bescheid der Unteren Naturschutzbehörde, zum Schluss gab das Veterinäramt seinen Segen. Mit der Halte-Erlaubnis nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes darf Kirchner auch weiterhin die Hunde anderer Leute betreuen – für 15 Euro pro Tag oder 65 Euro die Woche.

„Mit dem Veterinäramt hatte ich die wenigsten Probleme“, sagt Kirchner. Dass der Behördenweg dreieinhalb Jahre dauerte, erklärt er damit, dass eine Genehmigung auf der anderen aufbaue: „Das Veterinäramt kann sein Okay nur geben, wenn die baurechtlichen Auflagen erfüllt sind.“

Leserbilder zum Hundetag (Teil 2)

Als Rückzugsgebiet für Vögel und anderes Getier musste der Betreiber der „Hunde-Ranch“ eine 6300 Quadratmeter große Ausgleichsfläche anlegen: einen Sandmagerrasen mit drei Feldholzinseln. Die Bepflanzung folgt einem Konzept, das ein Ökoplaner zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde erarbeitet hat. 330 Bäume und Sträucher einheimischer Arten, darunter 20 Hochstamm-Obstbäume. Falls Bäume eingehen, müssen sie ersetzt werden. Die Kosten für Grunderwerb und Pflanzen schätzt Stefan Kirchner auf mindestens 40.000 Euro. Es liegt ihm fern, darüber zu klagen: „Es ist okay, wir können hier leben und unser Geschäft betreiben.“ Außerdem: „Mein Gott, es gibt Schlimmeres als Grundbesitz.“

„Nach drei Jahren Baustopp ist natürlich noch nicht alles fertig“, sagt Kirchner: „Aber der Hundebereich sieht schon top aus.“ Zufrieden verweist er auf den Flachbau, in dem sich die meisten Hunde bei schlechtem Wetter aufhalten.

Quelle: op-online.de

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