Hunde-Ranch Rodgau

Paradies für Vierbeiner

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Kunden der Hunde-Ranch Rodgau im Dudenhöfer Feld sorgen sich um den Fortbestand der Einrichtung. Betreiber, Politik und Verwaltung verhandeln. Stefan Kirchner hofft inständig, dass seine großen Investitionen in die Hunde-Ranch nicht für die Katz waren.

Rodgau - Wild toben gut 20 Hunde durcheinander. Ein Scheinangriff hier, eine Attacke dort, dann ein Haken. Sie schnüffeln, wühlen, ducken sich, lauern, springen, beißen spielerisch zu: eine richtige Rasselbande. Von Bernhard Pelka

Nur ein kleiner mit weißem Wuschelfell hält sich aus allem heraus. „Der ist schon 13 Jahre alt und hört kaum noch was“, sagt Stefan Kirchner. Im Dudenhöfer Feld, zwischen Landesstraße nach Babenhausen und B 45, betreibt der tierpsychologische Berater seit knapp zwei Jahren seine Hunde-Ranch Rodgau - eine unter Hundebesitzern äußerst beliebte Tagesstätte. Herrchen und Frauchen liefern dort morgens ihre Vierbeiner ab und nehmen sie abends wieder mit nachhause. Ganz versessen sind die im Rudel betreuten Tiere auf den freien Auslauf, den sie dort gemeinsam genießen dürfen. Immerhin ist das gut eingezäunte Gelände ist fast 4000 Quadratmeter groß. Doch das tierische Idyll zwischen Opelstraße und Landesstraße ist in Gefahr.

Kirchner, die örtliche Politik, die Untere Naturschutzbehörde und die Stadtverwaltung klären gerade die Wohnverhältnisse dort ab. Handelt es sich um einen genehmigten Dauerwohnsitz oder lediglich um ein Wochenendhaus? Außerdem geht es um den Vogelschutz. Der Stadtverordnete Heiko Stenzel (Die Linke) machte das Problem am vergangenen Montag im Parlament öffentlich zum Thema. Stenzel nutzte dafür die Fragestunde. Wissen wollte er von Bürgermeister Jürgen Hoffmann unter anderem, inwieweit der Magistrat eingebunden sei. Hoffmann sagte sinngemäß, aus Sicht der Stadt spreche nichts gegen die Ranch.

Hundeexperte Kirchner ist dankbar für die Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten und hofft auf einen positiven Ausgang. „Ich bin bereit, alle Auflagen zu erfüllen.“ Wie konnte es zu dem Dilemma kommen? Der 40-Jährige hat das Gelände gemietet. Es war früher ein gefürchtetes Rocker-Domizil. Bürgermeister Ludwig Kratz soll dort schon 1965 einen Dauerwohnsitz genehmigt haben - leider nur mündlich. Oder findet sich doch noch eine schriftliche Genehmigung? Der Vermieter, der in Usingen lebt, sucht danach. Fakt ist: Ein Wohnhaus und ein Nebengebäude, das als Hundezwinger diente, wurden jahrzehntelang genutzt.

Kirchner ist Österreicher und lebt seit zehn Jahren in Rodgau. Gelernt hat er den Beruf des Kochs. Seine Profession ist aber der Umgang mit Hunden. Früher hatte er seine Tagesstätte in Jügesheim am Ostweiler unweit der Höfe der Landwirte Löw und Roßkopf. Seit fast zwei Jahren setzt er auf den neuen Standort in Dudenhofen. Seine Frau und er haben bereits viel Geld in die Hand genommen, um das Wohnhaus dort zu sanieren. Beide haben noch viel vor. Geplant ist unter anderem eine vollbiologische Kläranlage. Auch soll es getrennte Bereiche für kleine und große Hunde geben und für solche, die sich ans Rudel erst gewöhnen müssen. Und vielleicht klappt’s auch mit dem Ausbau zur Tierpension - dann natürlich mit Quarantänestation.

Quelle: op-online.de

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