Ordnungsdezernent lehnt Tütenspender ab

Hundekot: Gehäufte Probleme am Wegrand

+
Wenn Hunde lesen könnten, gäbe es dieses Problem nicht: Verzweifelter Protest eines Anliegers an der Einmündung des Drosselwegs in den Niederwiesenring.

Rodgau - Mit drastischen Worten wehren sich manche Bürger in Rodgau gegen ein Problem, das sich an einigen Stellen buchstäblich häuft.

„Welches Schwein lässt weiterhin seinen Hund hier hinscheißen?“, heißt es seit Kurzem auf einem Schild am Zaun eines Eckgrundstücks in Dudenhofen. 150 Meter entfernt gab es mal den Hinweis: „Ich zahle auch Steuern und verrichte meine Notdurft nicht vor Ihrer Haustür.“ Besonders übel war die Situation Anfang der Woche am Spielplatz Chemnitzer Straße in Nieder-Roden.

Der 65 Meter lange Stichweg von der Chemnitzer Straße zum Feldrand war auf Schritt und Tritt mit stinkenden Kothaufen übersät. Die Exkremente waren von großem Kaliber. „Es stinkt zum Himmel!“, meinte eine Dame aus dem Wohngebiet, die sich Hilfe suchend an die Redaktion unserer Zeitung wandte. Bereits vor einem Jahr hatte sie das städtische Ordnungsamt gebeten, einen Tütenspender aufzustellen, um Hundehalter an ihre Sauberkeitspflicht zu erinnern.

„Alibi-Maßnahmen“

Von solchen „Alibi-Maßnahmen“ halte er nichts, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler auf Anfrage unserer Zeitung. Die Erfahrung zeige, dass damit nicht viel gewonnen sei: „Die Stellen, an denen diese Beutel sind, sind nicht signifikant weniger belastet. Wir werden es nicht schaffen, diesen Service flächendeckend anzubieten.“ Nicht jeder werfe den gefüllten Beutel in einen Abfalleimer, ergänzt Kulturdezernent Werner Kremeier: „Bei ,Sauberhaftes Hessen’ haben wir die Beutel aufgesammelt.“

„Verunreinigungen durch Hundekot sind vom Halter des Hundes unverzüglich zu beseitigen“, steht in der städtischen Verordnung über den Leinenzwang für Hunde und die Aufsichtspflicht für andere Tiere. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann dafür theoretisch zur Kasse gebeten werden. Doch Knöllchen für Häufchen gibt’s selten. Das Unrechtsbewusstsein ist entsprechend gering.

Bilder: 20 kuriose Tier-Urteile

20 kuriose Tier-Urteile

Für Tretminen am Wegrand fehlt dem Ordnungsdezernenten Michael Schüßler jegliches Verständnis: „Ich erwarte von Menschen, die Verantwortung für einen Hund übernehmen, dass sie sich auch sozialverträglich verhalten.“ Beim Spaziergang mit dem Vierbeiner gehöre deshalb nicht nur eine Leine, sondern auch ein Kotbeutel zur Grundausstattung. Schüßler: „Mit dem Verlassen des Hauses weiß der Hundehalter doch, was passieren wird.“ 

(eh)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare