Von Hundesteuer bis Rodgau-Card

Rodgau (eh) - Die höhere Hundesteuer ist die einzige finanzielle Mehrbelastung, die die Stadt Rodgau ihren Bürgern in diesem Jahr zumutet.

Die 1790 Hundehalter müssen für ihren ersten Hund jährlich 29,32 Euro mehr bezahlen; wer mehrere Hunde hält, muss tiefer in die Tasche greifen. Immerhin bleibt die Müllgebühr stabil und die Kita-Plätze sind für alle Drei- bis Sechsjährigen kostenlos.

Dennoch wird das Leben teurer, denn andere Anbieter sind weniger zimperlich. Ein Beispiel: Die Maingau Energie GmbH, die die Nordhälfte Rodgaus mit Erdgas versorgt, verlangt von ihren Gasfix-Kunden 22 Prozent mehr und nennt das „weiterhin günstige Energiepreise“. Nicht ganz so happig ist der Preisaufschlag bei Stadtbus und S-Bahn, der seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember gilt.

Viele Menschen müssen mit wenig Geld zurechtkommen. Im Laden „Tante Emma“ an der Hintergasse erhält man für zwei Euro einen Korb voll Lebensmittel. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Auch die Nachfrage nach den neuen, barrierefreien Sozialwohnungen an der Ludwigstraße ist schon jetzt größer als das Angebot.

Sozialwohnungen werden im neuen Jahr bezugsreif

Nicht nur die Sozialwohnungen werden im neuen Jahr bezugsreif. Auch der Ausbau der Betreuungsplätze für Kleinkinder unter drei Jahren geht weiter. Ein Neubau an der Freiherr-vom-Stein-Straße in Dudenhofen wird 2012 fertig. Das Familienzentrum Alter Weg in Jügesheim soll nach langer Planungszeit bald errichtet werden. Auf einen weiteren Neubau warten Rodgaus Bürger schon seit Jahren: Dem Ärztehaus „Medicum“ nahe der S-Bahn-Station Nieder-Roden stehen keine behördlichen Hindernisse mehr im Weg.

Die Bücherei in Nieder-Roden ist bald an einem dritten Wochentag geöffnet, dafür schließt die Stadtteilbücherei Weiskirchen für immer: In Zeiten knapper Kassen wird mancher Vorteil mit einem Nachteil erkauft. Dies gilt auch für ein Kulturereignis des Jahres 2012. Beim Strandbadfestival am 18. August wird der Badesee erstmals zur Konzertarena. Dafür fällt die Jügesheimer Musiknacht flach: Statt zehn oder mehr regionale Bands „umsonst und draußen“ gibt‘s nun fünf Bands für 15 Euro zu hören. Mit etwas Glück gelingt es dem Impuls-Kulturverein, das Strandbad als neue Festival-Location zu etablieren.

Einen neuen Ort für Freiluftkonzerte hat der Förderkreis für kulturelle Projekte Dudenhofen im Kalksandsteinwerk entdeckt. Der Dirigent des AGV Volkschor ist interessiert. Doch ob und wann dort jemals ein Konzert zu hören sein wird, ist noch unbekannt.

Den „Genius loci“ (Geist des Ortes) nutzt auch Theaterregisseurin Tanja Garlt in den Gewächshäusern der Gärtnerei Fischer. Nach dem Erfolg mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ inszeniert sie dort 2012 erneut eine Komödie zum Frühlingsanfang, diesmal „Mirandolina“ von Carlo Goldoni.

Vielfalt an Veranstaltungen

Freunde der Fastnacht können bereits im Januar und Februar eine neue Vielfalt an Veranstaltungen erleben. Die Abspaltung des „Freundeskreises 2011“ von der TGS Jügesheim beschert der Szene einen neuen Mitspieler. So viel Narretei gab es in Rodgau noch nie. Vorteil für die Besucher: Für viele Veranstaltungen gibt es noch Karten – auch für solche, die früher schon nach zwei Tagen ausverkauft waren.

Eine Rodgau-Card will die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam mit den Gewerbevereinen auf den Markt bringen. Die Plastikkarte im Wert von zehn Euro soll ein universeller Einkaufsgutschein werden, den man nicht nur in zahlreichen Geschäften, sondern auch in der Gastronomie einlösen kann. Wer einen Gutschein verschenkt, muss den Empfänger dann nicht mehr auf ein bestimmtes Geschenk festlegen.

Zwei Jahre nach dem Auszug aus der Stettiner Straße hofft die Kulturinitiative Maximal, in diesem Jahr einen neuen Raum in Nieder-Roden beziehen zu können. Im Sommer will die katholische Kirchengemeinde St. Matthias mit dem Bau einer neuen Kirche in Rollwald beginnen.

Quelle: op-online.de

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