Gehorsam an der Leine

Mit der Hundetrainerin auf dem Weg zum folgsamen Vierbeiner

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Ute Frank mit ihrer Hündin Chenoa (11,5 Jahre), Irish red Setter (rechts) und Bliss, fast 7,5 Jahre, Irish red and white Setter aus dem Tierheim Gelnhausen. Bliss lernt gerade – mit Zwischenphasen Spielen oder Leckerchen – an der Leine zu gehen. 

Nieder-Roden - Mit dem Hund draußen unterwegs zu sein, ist für viele Besitzer eine schöne Vorstellung. Doch nur, wenn der Vierbeiner gehorcht. Dass der Hund tut, was der Mensch befiehlt, muss geübt werden. Von Simone Weil

Kurse zur Leinenführigkeit und über die Gefahr von Gift- und Verletzungsködern bietet Hundetrainerin Ute Frank an. Mit dem Vierbeiner durch Felder und Wiesen zu streifen, ist für viele Halter ein Traum. Vor allem soll sich der Hund mal so richtig austoben können. Damit das überhaupt möglich ist, muss der beste Freund des Menschen aber auch aufs Wort gehorchen. Erziehung muss also sein. Wem das alleine zu mühsam ist oder wer nicht weiß, wie und wo er anfangen soll, der begibt sich in Profi-Hände wie etwa bei der zertifizierten Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Ute Frank, die seit 30 Jahren in Rodgau lebt.

Die Expertin bietet an der Volkshochschule Rodgau ein Leinenführigkeitsseminar (bereits ausgebucht, eventuell kommt je nach Nachfrage ein weiterer Kurs zustande) und einen Kurs „Nix aufnehmen – spuck’s aus“ (ab 28. April) sowie „Bindung zum Hund“ (ab 21. April) und „Beschäftigung im Freien während der Brut- und Setzzeit“ (ab 26. Mai) an.

Gerade wegen der bevorstehenden Brut- und Setzzeit, die mit der Anleinpflicht verbunden ist, sind die Kurse für Frauchen und Herrchen interessant. Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass der Vierbeiner brav an der durchhängenden Leine läuft, unabhängig davon, was um ihn herum geschieht.

Ute Frank ist Vorsitzende der „Setter- und Pointer-Freunde Rhein-Main“, geht mit den Tieren in Seniorenheime und nimmt an Schulprojektwochen teil. Sie versucht, in kleinen Gruppen von fünf bis sechs Teilnehmern, Hund und Herrchen „dort abzuholen, wo sie sind“. Die 60-Jährige lässt keinen Zweifel daran, dass das Training mit Arbeit verbunden ist und sie nicht mit Zaubertricks arbeitet: „Es gibt Hilfsmittel, die das Lernen des Tieres erleichtern, aber es muss geübt werden.“

Leserbilder zum Hundetag (Teil 1)

Vor allem interessiert sich die Hundetrainerin dafür, was die Halter mit ihrem Tier schon ausprobiert haben und wo die Defizite des vierbeinigen Freundes liegen. Ist er gehorsam oder nicht? In Theorieteilen vermittelt die Kursleiterin zunächst Grundsätzliches und ist dabei immer wieder selbst erstaunt, auf welche Ideen sie bei den Teilnehmern trifft. Zum Beispiel wundern sich Hundehalter doch tatsächlich, warum der Vierbeiner aus dem Tierschutz nicht dankbar ist.

„Gerade aus dem Ausland kommen hochexplosive Pakete“, weiß die Verhaltensberaterin. Sie selbst hat einen „Problemhund“ aus dem Tierheim. In solchen Fällen müsse man erst einmal das Gespür dafür kriegen, was mit dem Hund los ist. Doch letzten Endes sei es gleichgültig, ob ein Tier beißt, weil es Angst hat oder weil es aggressiv sei. Das Verhalten müsse behutsam und beharrlich verändert werden, sagt sie.

„Trainiert wird, was man braucht“, sagt Ute Frank. Welche Bedürfnisse gibt es beim Halter? Am „bei Fuß“ kommen sicherlich die Wenigsten vorbei. Weil viele Tierbesitzer auch unsicher sind, wie sie ihren Hund beschäftigen und die Beziehung stärken sollen, gibt es weitere Angebote im Frühjahr. Mit leeren Joghurtflaschen, die mit Leckerlis gefüllt werden, kann viel Spaß und Unterhaltung ins Leben von Hund und Herrchen kommen.

Leserbilder zum Hundetag (Teil 2)

Quelle: op-online.de

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