Ideen-Kreativ-Markt

Recycling auf künstlerische Weise

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Leckeres präsentiert Stephanie Freier aus Rödermark. 

Weiskirchen - „Der Ideen-Markt ist unser Baby geworden“, erklären die Veranstalterinnen der Frauen-Union Rodgau, Anja Turk und Jacqueline Paulick, ihr überdurchschnittliches Engagement bei der Organisation der vierten Ausgabe des Rodgauer Ideen-Kreativ-Marktes im Bürgerhaus Weiskirchen.

„Auf jeden Standplatz kommen mindestens zwei Bewerber“, berichten die Macherinnen stolz. Neben der angenehmen Atmosphäre spricht die bedachte Planung der Beiden Hobby-Kunsthandwerker aus ganz Hessen an. Sorgfältig prüfen sie anhand von Bildmaterial das Angebot und achten darauf, dass nicht zwei Aussteller das Gleiche anbieten. So bestaunen die Besucher der Ideen-Messe zwar an mehreren Ständen Schmuck-Kreationen, erleben jedoch an jedem Stand ein anderes verarbeitetes Material. Alle Waren sind handgemachte Unikate. Ein Markt der Vielfalt, der auch bei Besuchern weit über Rodgau hinaus gut ankommt. Der Besucherstrom reißt bis zum späten Nachmittag nicht ab, heiße Würstchen und Suppe sind am frühen Nachmittag ebenso ausverkauft wie die ersten Aussteller: Das Baby Ideen-Kreativ-Markt zeigte sich von seiner besten Seite und stellte alle Beteiligten mehr als zufrieden.

Maria Aßmann aus Hainhausen demonstriert, was Nähen mit Kunst zu tun hat.

Die Erfolgsgeschichte des Rodgauer Ideen-Kreativ-Marktes hätte es ohne die deutsche Wiedervereinigung nicht gegeben, wie die erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) bei der Eröffnung feststellte: Jacqueline Paulick stammt ebenso aus den neuen Bundesländern wie die Eltern von Anja Turk, die selbst in Hessen geboren wurde. Vereinigen, Zusammenfügen, bezeichnet auch das Handwerk von Maria Aßmann aus Hainhausen, die seit 15 Jahren näht und mit der Quilt-Technik brilliert. Taschen, Bilderbücher aus Stoff, Decken, Bilder und vieles mehr aus wunderschönen Stoffen in leuchtenden Farben locken an ihren Stand. „Frau Aßmann näht so präzisen wie sonst keine“, lobt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Sie macht sich im Vorfeld intensiv Gedanken. So kann man ihre Tischdecken beidseitig benutzen. Auch wer den Umgang mit der Nähmaschine lernen möchte, kann bei Maria Aßmann Kurse belegen.

Ebenfalls in Hainhausen lebt die 25-jährige Jennifer Salm, die erstmals auf einem solchen Markt die Zentangle-Kunst auf Papier, Weihnachtsschmuck, Holzfiguren, Windlichtern und Papiertaschen präsentiert. Bei dieser Methode entstehen aus gemalten, strukturierten Mustern wunderschöne Kunstwerke. Obwohl die junge Kommunikationsdesignerin erst vor sieben Monaten mit dem Hobby begann, finden ihre Werke regen Anklang. Sie möchte ihr Angebot weiter ausbauen, und denkt über Schmuck mit den Ornamenten nach. Schon in Arbeit dagegen sind bemalte Stofftaschen um die Menschen vom Wegwerfartikel Plastiktüte abzubringen.

Sinnesfreude verspricht der Besuch am Stand von Stephanie Freier aus Rödermark. Verschenken soll Freude machen und alle Sinne anregen ist die Philosophie bei der Herstellung von Backmischungen im Glas, Cappuccino-Kreationen und Badepralinen. Aus altem Geschirr zaubert die 39-Jährige zeitlose Etageren, der Wegwerfartikel Konservendose verwandelt sich durch Graffitispray, Blechschere und Perlen in einen märchenhaften Teelichthalter. Recycling auf die künstlerische Art und Weise. Gebrauchtes wiederverwenden ist ebenfalls Inspiration für die in Spanien lebende Laura Lopéz Pérez und ihre Cousine Sonja Schmidtke aus Frankfurt. Begeistert von den Farben der bunten Kaffeekapseln aus Aluminium experimentierten die beiden Frauen mit dem Material. Es entstanden erste Ohrringe und Halsketten. Diese Kunst perfektionierten die Hobby-Designerinnen und stellen auf Märkten ganze Schmuck-Kollektionen vor. 

leo

Quelle: op-online.de

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