Ergebnisse für Anfang Juni erwartet

Ideen für Rodgaus größtes Wohngebiet gesucht

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Auf dieser „Spielwiese“ können sich die Städteplaner austoben: Zwischen Jügesheim (vorne, rechts) und Hainhausen (im Hintergrund) soll eines der größten Baugebiete der Region entstehen. Vorschläge erhofft sich die Stadt von einem Wettbewerb.

Rodgau - Ideen für das Baugebiet Rodgau-West sind gefragt: Die Stadt will einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben. Dem Sieger winken 40.000 Euro. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Juni vorgestellt. Von Ekkehard Wolf

Das größte Wohngebiet Rodgaus (46 Hektar) soll in den nächsten 20 Jahren bebaut werden. Die Erwartungen an die Planungsbüros sind hoch. Der Wettbewerb fordert eine überzeugende städtebauliche Konzeption, „die den hohen Ansprüchen an die exponierte Lage (...) Rechnung trägt“. Der Auslobungstext füllt ein Heft mit 40 Seiten. Das Problem: Es dürfte kaum möglich sein, alle Aufgaben hundertprozentig zu erfüllen. Das steht auch im Text: „Der Ausloberin ist bewusst, dass sich die (..) Anforderungen und Ziele zur Entwicklung des Baugebietes zum Teil widersprechen.“ Die Aufgabe der Planer bestehe darin, die Zielkonflikte zu erkennen, abzuwägen und die bestmögliche Lösung zu entwickeln.

Die Stadt wünscht sich westlich der S-Bahn-Strecke ein familienfreundliches Stadtquartier mit hoher Wohnqualität, das auch Alleinstehende anspricht. Der Regionalverband schreibt eine verdichtete Bebauung mit 45 bis 60 Wohnungen je Hektar vor, etwa je zur Hälfte Einfamilienhäuser und Geschosswohnungen. Die Stadt will keine Hochhäuser, sondern höchstens drei Stockwerke plus Dach. Die Bebauung soll sich einerseits in die Umgebung einfügen (Feldrandlage im Westen, zweistöckige Häuser östlich der Bahn) und andererseits die innenstadtnahe Lage berücksichtigen.

Die Planer müssen noch weitere Vorgaben erfüllen. So fordert die Stadt 30 Prozent bezahlbaren Wohnraum und 15 Prozent in energieeffizienter Bauweise: „Rodgau-West soll ein energetisches Vorzeigeprojekt werden.“ Auch sonst sind die Anforderungen hoch. Grün- und Freiflächen sollen gleichzeitig qualitätsvoll und pflegeleicht sein. Kreative Lösungen für den ruhenden Verkehr sollen zugeparkte Straßen verhindern. Die öffentlichen Freiflächen sollen zum Spielen einladen – eine „bespielbare Stadt“ ist seit Jahren ein Wunsch der CDU. Andere Parteien haben ebenfalls ihre Duftmarken im Wettbewerbstext hinterlassen.

Weitere Anforderungen sind ein Lebensmittelmarkt mit bis zu 1800 Quadratmetern, zwei Kindertagesstätten, öffentliche Parkplätze und eine Bushaltestelle. Zur Geh- und Radwegverbindung in die Ortszentren von Jügesheim und Hainhausen ist sowohl eine weitere S-Bahn-Unterführung als auch eine Überführung denkbar.

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Abstriche an früheren Maximalforderungen macht die Stadt beim Ausgleich für Eingriffe in die Natur. Er soll zu mindestens 50 Prozent im Gebiet ausgewiesen werden. Im Mai 2015 hatte das Stadtparlament beschlossen, der Ausgleich solle „so weit wie möglich“ innerhalb der Baugebiete erfolgen. Am 6. Februar steht der städtebauliche Wettbewerb im Stadtparlament zur Debatte. Wenn das Parlament grünes Licht gibt, startet der Wettbewerb in einem Monat. Bis zu 15 Stadtplanungsbüros können sich beteiligen. Drei werden eingeladen, zwölf weitere können sich bewerben. Falls es mehr Interessenten gibt, werden die Teilnehmer ausgelost. Sie haben neun Wochen Zeit, ihre Entwürfe zu erarbeiten und Modelle zu bauen. Das Preisgericht tagt Anfang Juni. Die Arbeiten werden im Sommer voraussichtlich zwei Wochen lang im Rathaus ausgestellt.

An Preisgeldern winken 110.000 Euro. Sie verteilen sich auf vier Preisträger und zwei Anerkennungspreise. Der ganze Wettbewerb kostet die Steuerzahler nichts: Die Hessische Landgesellschaft (HLG) trägt die Kosten und holt sie sich später über die Grundstückspreise von den Bauherren wieder. Der Wettbewerb hat eine Vorlaufzeit von gut eineinhalb Jahren. Fachgutachten zu Themen wie Verkehr, Boden, Entwässerung, Naturschutz, Lärm, Klimaschutz und Einzelhandel flossen in die Ausschreibung ein. Auch Anregungen von Bürgern wurden berücksichtigt.

Quelle: op-online.de

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