Neue Wege ins Berufsleben

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Die „Juniorexperten“ sind in der Region einzigartig. Nur in Nürnberg und München gibt es Ähnliches. Hier ein Beratungsgespräch in der Georg-Büchner-Schule.

Rodgau (bp) - „Ich fand’s gut. "Für mich war das heute genau richtig. “ Auch wenn die erste Info-Veranstaltung der „Juniorexperten“ gestern zumindest in der Georg-Büchner-Schule schleppend anlief, zog Katayon Nazari-Nia für sich selbst eine positive Bilanz.

Die 17-Jährige gehörte zu den etwa. 300 Schülern in drei Rodgauer weiterführenden Schulen, die sich während der Auftaktveranstaltung der „Juniorexperten“ von Berufsanfängern der Georg-Kerschensteiner-Schule (Obertshausen) über Ausbildung beraten ließen. Außer der Büchner-Schule nahmen die Geschwister-Scholl- und die Heinrich-Böll-Schule teil.

Information und Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe sind nach Auffassung der Initiatoren vom städtischen Kommunalen Bildungsmanagement ein erfolgversprechender Weg, die Jugendlichen aus den Abschlussklassen bei der Berufsorientierung zu begleiten. Die Schüler freuten sich über den Kontakt mit den meist Gleichaltrigen aus der Kerschensteiner-Schule, die in Punkto Berufswahl schon einen Schritt weiter sind. Ob aus den gestrigen Beratungsgesprächen in der Klasse und später dann an Einzeltischen auch persönliche Kontakte und Patenschaften wachsen, wird in etwa drei Wochen in den Schulen abgefragt.

Einzelgespräche zumindest anfangs zögerlich

In der Büchner-Schule liefen die Einzelgespräche zumindest anfangs zögerlich. „Vielleicht müssen wir mit dem Projekt schon in den neunten Klassen ansetzen“, suchte Schulleiter Winfried Döring nach einer Erklärung.

In der Heinrich-Böll-Schule waren 150 Neuntklässler auf den Info-Tag vorbereitet worden. Das Vorwissen über Berufe und die Neigungen der Schüler wurden abgefragt. Erwartungsvolle Spannung über den Start des Projekts herrschte auch an der Geschwister-Scholl-Schule, an der sich 87 Jugendliche aus den 9. und 10. Klassen informierten. Zunächst erlebten sie Präsentationen im Klassenverband. Danach folgten Einzelgespräche.

Fragen an die Azubis vorbereitet

So lief das auch an der Georg-Büchner-Schule. Deren 89 Schüler der Abgangsklassen im Haupt- und Realschulzweig hatten sich ebenfalls im Vorfeld mit der Veranstaltung befasst und Fragen an die Azubis vorbereitet. Aber nicht nur die Rodgauer Schüler haben etwas von dieser Aktion, sondern auch die Azubis der Kerschensteiner-Schule. Sie wurden auf ihre Aufgaben inhaltlich und methodisch vorbereitet und schulen - als willkommenes Nebenprodukt - damit das eigene Auftreten und stärken ihre Selbstsicherheit.

Nach dem Ende der Auftaktveranstaltung vertieften die Schüler bei einem gemeinsamen Mittagessen die noch frischen Kontakte. Jetzt werden Lehrer und Schüler die Erfahrungen auswerten.

Celina Leue

Celina Leue (16) hörte sich gern an, was die Kerschensteiner-Schüler zu sagen hatten. „Ich möchte zwar Abi machen. Aber es ist offen, was danach kommt. Deshalb hat mir das hier schon etwas gebracht.“

Cynthia Nacula

Cynthia Nacula (20) beriet Jugendliche. Die Hotelfachfrau (Best Western) machte das sehr gern. „Ich war vor zwei Jahren selbst in dieser Situation und wäre froh gewesen, es hätte das damals schon gegeben.“

Katayon Nazari-Nia

Katayon Nazari-Nia (17) macht derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kita 7. „Für mich war das heute genau richtig. Ich hatte überlegt, Hotelfachfrau zu werden. Darüber habe ich dann auch Infos bekommen.“

Nataliya Dachtler

Nataliya Dachtler (32), Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Langen, war froh, ihre persönlichen Erfahrungen weitergeben zu können. „Das sind Infos aus erster Hand. Das ist dann ehrlicher.“

Quelle: op-online.de

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